Additive für Heizöl und Diesel

Ob die Heizung zuverlässig läuft, hängt nicht nur vom Brenner ab, sondern auch davon, was im Tank passiert. Heizöl altert, wenn es lange lagert, im Winter kann es dickflüssig werden, und im Kessel setzt sich mit der Zeit Ruß ab. Genau hier helfen Additive. Diese Zusätze werden dem Heizöl in kleinen Mengen beigemischt und erfüllen je nach Wirkstoff eine ganz bestimmte Aufgabe. Wir erklären, welche Additive es gibt, wie sie wirken und wann sich der Einsatz für Ihre Anlage lohnt.

Welche Additive für Heizöl gibt es?

Wer mit Heizöl heizt, möchte vor allem eines: dass die Heizung zuverlässig und wirtschaftlich läuft. Moderne Brenner und schwefelarmes Heizöl haben dafür in den letzten Jahren schon viel getan. Trotzdem gibt es Situationen, in denen das Heizöl etwas Unterstützung gebrauchen kann: wenn es lange im Tank lagert, wenn der Tank im Freien steht oder wenn sich im Kessel Rückstände bilden.

Je nach Aufgabe unterscheidet man drei Arten von Additiven:

  • Verbrennungsverbesserer: für eine gleichmäßige Verbrennung mit weniger Rückständen

  • Lagerstabilisatoren: damit das Heizöl auch nach langer Zeit im Tank in gutem Zustand bleibt

  • Fließverbesserer: damit das Heizöl bei Frost flüssig bleibt

Ein wichtiger Hinweis vorab: Halten Sie sich beim Einsatz immer an die Angaben des Herstellers. Nur mit der richtigen Dosierung und einem passenden Heizöl kann ein Additiv seine Wirkung voll entfalten.

Additive als Verbrennungsverbesserer

Ruß entsteht, wenn Heizöl nicht vollständig verbrennt. Damit die Verbrennung sauber abläuft, müssen Öl und Luft im richtigen Verhältnis zusammenkommen und gut durchmischt werden. Gelingt das nicht, bleiben unverbrannte Kohlenstoffteilchen zurück. Sie setzen sich als Ruß an den Wänden des Kessels und in den Abgaswegen fest.

Besonders betroffen sind zwei Bauarten. In älteren Gelbbrennern, erkennbar an der gelb leuchtenden Flamme, wird das Öl fein zerstäubt und direkt verbrannt. Dabei bildet sich mehr Ruß als in modernen Blaubrennern, die die Verbrennungsgase zurückführen und das Öl vor der Zündung vollständig verdampfen. In Ölöfen arbeitet ein Verdampfungsbrenner: Das Öl verdampft in einer Brennschale und verbrennt über ihr. Läuft der Ofen über längere Zeit auf kleiner Stufe, sinkt die Temperatur in der Brennschale, und die Rußbildung nimmt zu. Auch häufiges Ein- und Ausschalten des Brenners begünstigt Ruß, weil die Verbrennung in der Startphase noch nicht stabil ist.

Die Folgen sind nicht nur optisch. Ruß wirkt wie eine Dämmschicht zwischen Flamme und Heizwasser. Bereits eine Schicht von wenigen Millimetern verschlechtert die Wärmeübertragung spürbar. Ein größerer Teil der Wärme geht dann ungenutzt mit dem Abgas verloren, und die Anlage braucht mehr Heizöl für dieselbe Wärmemenge. Hinzu kommt ein zweiter Effekt: Setzen sich Rückstände an der Düse ab, verändert sich das Sprühbild. Das Öl wird schlechter zerstäubt, die Verbrennung wird unvollständiger, und es entsteht noch mehr Ruß. Im ungünstigsten Fall schaltet der Brenner wegen einer Störung ab. Bei der regelmäßigen Messung prüft der Schornsteinfeger unter anderem die Rußzahl. Liegt sie über dem zulässigen Grenzwert, muss die Anlage eingestellt oder gereinigt werden.

Früher setzte man gegen Ruß Additive mit dem Wirkstoff Ferrocen ein, einer eisenhaltigen Verbindung. Ferrocen verhinderte die Rußbildung schon im Ansatz und senkte zudem die Temperatur, bei der bereits vorhandener Ruß verbrennt. Der Nachteil: Aus dem Eisen entstand Asche, die sich ihrerseits im Kessel ablagerte und Störungen verursachen konnte. Für schwefelarmes Heizöl und Heizöl mit Bioanteil werden metallhaltige Additive dieser Art heute nicht mehr verwendet.

Heutige Verbrennungsverbesserer arbeiten aschefrei und setzen an einer anderen Stelle an. Statt den Ruß im Kessel zu bekämpfen, sorgen sie dafür, dass er gar nicht erst in größerer Menge entsteht. Je nach Produkt enthalten sie Wirkstoffe, die Düse und Ölvorwärmer frei von Ablagerungen halten. Bleibt die Düse sauber, behält sie ihr ursprüngliches Sprühbild, das Öl wird gleichmäßig zerstäubt und kann vollständiger verbrennen. Das kann die Abstände zwischen Reinigungen verlängern und zu einem gleichmäßigeren Betrieb der Anlage beitragen.

Ein Additiv ersetzt allerdings weder die richtige Einstellung des Brenners noch die jährliche Wartung. Sind Luftzufuhr oder Düse falsch eingestellt oder ist der Brenner verschlissen, entsteht Ruß auch mit Additiv. Ob sich der Einsatz lohnt, hängt deshalb vom Zustand und der Bauart der Anlage ab. Am besten lässt sich das bei der Wartung mit dem Heizungsfachbetrieb klären.

Additive als Lagerstabilisator

Heizöl lässt sich lange lagern, ist aber nicht unbegrenzt haltbar. Im Tank kommt es mit Sauerstoff in Kontakt, und über die Jahre setzt eine langsame Oxidation ein. Dabei entstehen Harze und andere schwerlösliche Verbindungen, die sich als Sediment am Tankboden absetzen. Wärme, Licht und Metallflächen im Tank beschleunigen diesen Prozess. Gealtertes Heizöl ist oft an einer dunkleren Färbung zu erkennen.

Ein zweites Problem sind Mikroorganismen. In fast jedem Tank sammelt sich mit der Zeit etwas Wasser, etwa als Kondenswasser, wenn warme Luft beim Nachfüllen oder durch Temperaturschwankungen an den kalten Tankwänden abkühlt. Das Wasser sinkt zu Boden, weil es schwerer ist als Heizöl. An der Grenzfläche zwischen Wasser und Öl finden Bakterien, Hefen und Pilze gute Lebensbedingungen. Sie bilden einen schleimigen Belag, der zusammen mit den Alterungsprodukten zu Schlamm wird. Wird dieser Schlamm angesaugt, kann er Filter, Leitungen und Düsen verstopfen.

Heizöl mit Bioanteil ist dafür anfälliger als rein mineralisches Heizöl. Der biogene Anteil, in der Regel Fettsäuremethylester (FAME), nimmt leichter Wasser auf und oxidiert schneller. Gleichzeitig hat sich die Lagerdauer verlängert: Moderne Brennwertheizungen verbrauchen deutlich weniger Heizöl als ältere Anlagen, sodass eine Tankfüllung heute oft für mehrere Jahre reicht.

Lagerstabilisatoren setzen an mehreren Stellen an. Antioxidantien bremsen die Oxidation und damit die Bildung von Harzen. Dispergatoren halten bereits entstandene Partikel fein im Heizöl verteilt, sodass sie mitverbrannt werden, statt sich abzusetzen. Detergentien verhindern, dass sich Ablagerungen an Tankwänden und Leitungen festsetzen. Manche Produkte enthalten zusätzlich Wirkstoffe gegen Mikroorganismen. Gemeinsam verlangsamen diese Stoffe die Alterung und verringern die Schlammbildung.

Ein Stabilisator kann gealtertes Heizöl allerdings nicht wieder aufbereiten und vorhandenen Schlamm nicht beseitigen. Steht bereits Wasser im Tank oder hat sich eine Schlammschicht gebildet, hilft nur eine fachgerechte Tankreinigung. Ein Stabilisator ist daher vor allem eine vorbeugende Maßnahme, die am besten mit frisch eingefülltem Heizöl zum Einsatz kommt.

Additive als Fließverbesserer (Frostschutz)

Heizöl enthält Paraffine, langkettige Kohlenwasserstoffe, die bei Kälte fest werden. Sinkt die Temperatur, bilden sie zunächst feine Kristalle, und das Heizöl wird trüb. Die Temperatur, bei der das beginnt, heißt Trübungspunkt. Wird es noch kälter, wachsen die Kristalle zu größeren, plättchenförmigen Strukturen zusammen. Diese setzen den Filter vor dem Brenner zu, und die Ölzufuhr reißt ab. Die Heizung fällt dann ausgerechnet an den kältesten Tagen aus.

Gefährdet sind vor allem Anlagen, bei denen das Heizöl Frost ausgesetzt ist: Tanks im Freien, in Garagen oder unbeheizten Nebengebäuden, aber auch Ölleitungen, die durch kalte Bereiche führen. In beheizten Kellern ist das Risiko dagegen gering.

Fließverbesserer verhindern nicht, dass sich Kristalle bilden. Sie verändern aber deren Wachstum. Die Wirkstoffe, meist spezielle Polymere, lagern sich an die entstehenden Kristalle an und halten sie klein. Die winzigen Kristalle passieren den Filter, statt ihn zu verstopfen. Messbar wird das am CFPP-Wert (Cold Filter Plugging Point): Er gibt an, bis zu welcher Temperatur das Heizöl noch durch einen genormten Filter fließt. Ein Fließverbesserer senkt diesen Wert. Der Trübungspunkt bleibt dagegen unverändert, das Heizöl kann also trotz Additiv bei Kälte trüb aussehen und dennoch einwandfrei fließen.

Entscheidend ist der Zeitpunkt. Ein Fließverbesserer wirkt nur, wenn er dem Heizöl zugegeben wird, solange es noch warm genug ist und sich keine Kristalle gebildet haben. Am einfachsten geschieht das vor der Befüllung im Herbst, damit sich der Zusatz beim Einfüllen gleichmäßig verteilt. Haben sich bereits größere Kristalle gebildet, lösen sie sich erst wieder auf, wenn sich das Heizöl erwärmt. Ein nachträglich zugegebenes Additiv kann dann nicht mehr helfen.

Neben Additiven gibt es bauliche Lösungen. Ölleitungen in kalten Bereichen lassen sich dämmen oder mit einem elektrischen Begleitheizband vor Frost schützen. Welche Lösung passt, hängt vom Aufstellort und der Länge der gefährdeten Leitungen ab.

Welche Additive für Diesel gibt es?

Genau wie für Heizöl gibt es auch für Diesel Additive. Bei einem Dieselmotor wird im ersten Takt reine Luft angesaugt, die im zweiten Takt durch Kompression auf 700 bis 900 °C erhitzt wird. Anschließend erfolgt die Einspritzung des Dieselkraftstoffes in die Brennkammer, der sich durch die hohe Temperatur selbst entzündet. Hinsichtlich seines Kaltstartverhaltens, seiner Abgasemission und seiner lauten Motorgeräusche fällt der Dieselmotor oft negativ auf. Wird die Zündwilligkeit des Dieselkraftstoffes aber erhöht, werden die negativen Eigenschaften in ihrer Wirkung erheblich eingeschränkt.

Additive erhöhen die Cetanzahl und somit die Zündfreudigkeit des Dieselkraftstoffs, wodurch dieser im Kaltbetrieb besser verbrannt werden kann. Zudem wird der starke Abgasgeruch sowie das laute Geräusch des Motors (nageln) gemindert. Diesel Additive mit Anti-fouling (Dieselpest) Komponente wirken zusätzlich der Bildung von Bakterien und Bioschlamm entgegen, die zur sogenannten Dieselpest und damit zu verstopften Leitungen , Filtern und Einspritzdüsen führen. Düsen können wiederum verkoken und einen Leistungsverlust des Dieselmotors auslösen. Auch gegen dieses Problem hilft ein Additiv.

Diesel Additive gibt es ebenfalls als Lager- und Stabilitätsverbesserer sowie als Frostschutz. Dadurch wird bei stark fallenden Temperaturen aus normalem Diesel Winterdiesel. Die Filtrierbarkeitsgrenze für Diesel ist in der EN-590 vorgegeben und muss von Mitte November bis Ende Februar ein CPPF-Wert von mind. -20°C aufweisen.

Bei längerer Lagerung, etwa in Fahrzeugen, die nur saisonal genutzt werden, oder in Tanks für Notstromaggregate und Landmaschinen, kann Dieselpest auftreten. Wie im Heizöltank vermehren sich dabei Mikroorganismen an der Grenzfläche zu eingedrungenem Wasser. Der biogene Anteil im Diesel, in der Regel bis zu 7 %, begünstigt das, weil er leichter Wasser aufnimmt. Der entstehende Schlamm verstopft Filter und Leitungen. Additive mit Anti-Fouling-Komponente wirken dem entgegen.

Für den Winter gibt es Fliessverbesserer, die wie beim Heizöl das Wachstum von Paraffinkristallen begrenzen. An der Tankstelle ist das meist nicht nötig, weil die Mineralölgesellschaften im Winter bereits kältefesten Diesel ausliefern. Welche Kältefestigkeit Diesel in den Wintermonaten haben muss, legen die nationalen Vorgaben zur Norm EN 590 fest. Ein zusätzlicher Frostschutz kann sinnvoll sein, wenn noch Sommerdiesel im Tank ist und ein plötzlicher Kälteeinbruch kommt, oder bei Dieselvorräten, die im Freien lagern.

Gut zu wissen!

Additive sind kein Allheilmittel, sondern Hilfsmittel für bestimmte Aufgaben. Ein Verbrennungsverbesserer kann die Bildung von Ruß verringern, aber keinen falsch eingestellten Brenner ausgleichen. Ein Lagerstabilisator kann die Alterung des Heizöls bremsen, aber kein bereits verschlammtes Heizöl aufbereiten. Ein Fließverbesserer hilft nur, wenn er rechtzeitig vor dem Frost zugegeben wird.

Ob ein Additiv sinnvoll ist, hängt von der Bauart und dem Zustand der Heizung, vom Standort des Tanks, von der Lagerdauer und von der verwendeten Heizölsorte ab. Bei der Zugabe gilt in jedem Fall: Die Dosierung des Herstellers einhalten und verschiedene Additive nur mischen, wenn der Hersteller das ausdrücklich erlaub