Die Rohölpreise steigen und der Euro fällt

13.05.22 • 10:27 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

In Deutschland, Österreich und der Schweiz steigen die Heizölpreise durchschnittlich im Vortagesvergleich. Deutschland führt hier aktuell mit einem Aufpreis von im Schnitt 0,9 Cent pro Liter. Polen fordert von Deutschland die Raffinerie in Schwedt mit dem Hauptanteilseigern Rosneft zu enteignen, wenn Deutschland die polnische Hilfe bei der Versorgung der Raffinerie mit nicht russischem Öl will. Die EU-Kommission arbeitet an einem Entwurf mit dem zusätzliche 195 Milliarden Euro innerhalb des Blocks investiert werden sollen, um bis 2027 unabhängig von russischen fossilen Brennstoffen zu werden.

Die Rohölsorten Brent und WTI haben erneut an Wert gewinnen können. Ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI wird aktuell mit 106,99 Dollar, einem Plus von 0,33 Prozent, gehandelt. Ein Fass der Nordseesorte Brent wird aktuell mit 108,58 Dollar gehandelt, einem Plus von 0,61 Prozent. Belastender als die steigenden Rohölpreise dürfte sich der im Vergleich zum Dollar gefallene Euro für die Heizölpreise erweisen. Ein Euro wird aktuell mit 1,0401 Dollar, einem Plus zum Vortag von 0,17 Prozent, gehandelt. Damit schafft es der Euro knapp über die psychologisch wichtige 1,04 Dollar Marke, allerdings lag der Euro am Vortag noch über der 1,05 Dollar Marke. Da Rohöl in Dollar gehandelt wird, werden Importe für Europa teurer, wenn der Euro an Wert verliert. Dies führt in der Regel auch zu steigenden Heizölpreisen. In Verbindung mit den gestiegenen Rohölpreisen entsteht so ein doppelter Aufwärtsdruck.

Interessante Neuigkeiten für Heizöl gibt es sowohl aus Polen als auch Deutschland. Deutschland versucht unter anderem mit der Hilfe Polens sich unabhängig von russischem Öl zu machen. Hierbei fordert Polen von Deutschland die Raffinerie in Schwedt zu enteignen, deren Hauptanteilseigner der russische Konzern Rosneft ist. Ohne eine entsprechende Enteignung wolle Polen keine Schritte unternehmen russisches Öl in der Raffinerie z. B. über Kapazitäten des Ölterminals Nafoport in Danzig zu ersetzten. Da der deutsche Bundestag gestern eine Gesetzesanpassung für das Gesetz zur Energiesicherung verabschiedet hat, könnte dies ein gangbarer Weg werden. Allerdings muss der Bundesrat nun ebenfalls zustimmen und die Änderung beinhaltet mehrere Hürden, bevor eine Enteignung in Frage kommt. Es ist nun interessant, ob die deutsche Regierung einerseits die Möglichkeit erhält, die Forderungen Polens umzusetzen und falls sie die Möglichkeiten hat, ob sie dies überhaupt durchführen will.

Gute langfristige Neuigkeiten gibt es aus der EU. Die europäische Kommission will einen Entwurf vorstellen mit dem 195 Milliarden Euro genutzt werden sollen, um Importe russischer fossiler Energieträger bis 2027 zu stoppen. Dies soll durch Investitionen in den Sektor erneuerbarer Energien, einer schnelleren Umsetzungen von Projekten die im Zusammenhang mit Klimaneutralität und erneuerbaren Energien stehen, die Beschaffung alternativer Quellen für Gas Importe und Energiesparmaßnahmen umgesetzt werden. Die europäische Kommission geht davon aus, dass diese 195 Milliarden Euro zusätzlich zu den Geldern ausgegeben werden müssen, die ohne hin bereits gebraucht werden, um die Klimaziele der EU für 2030 zu erreichen. Ziel ist es mit dem neuen Paket bis 2030 den geplanten Anteil an erneuerbaren Energien von 40 Prozent auf 45 Prozent zu erhöhen, sowie den Energieverbrauch des Blocks statt um 9 Prozent um 13 Prozent zu senken. Die Umsetzung dieser Ziele würde die Heizölpreise ebenfalls senken, da weniger Personen und Unternehmen dann noch auf fossile Brennstoffe angewiesen sind.

In der D-A-CH-Region steigen die Heizölpreise in der Regel im Vortagesvergleich. Einzig in Österreich können sich Heizölnutzer über einen kleinen Preisrückgang von durchschnittlich 0,1 Cent pro Liter Heizöl freuen. In Deutschland sind die Heizölpreise dagegen im Schnitt um 0,9 Cent pro Liter und in der Schweiz um 0,7 Rappen pro Liter gestiegen.

Bei der Nachfrage machen sich die Preisanstiege wieder bemerkbar. Während im Vergleich zu Dienstag die Bestellungen am Mittwoch um ca. 20 Prozent gesunken waren, stiegen sie am Donnerstag im Vergleich zum Mittwoch wieder um ca. 20 Prozent an. Der Kauftrend setzt in den letzten Tagen immer bei der Preisumkehr nach oben ein. Heizölnutzer versuchen hier den günstigsten Preis zu nutzen und aufgrund der aktuellen Euro-Schwäche, dem Ukraine-Krieg und dem generellen seit Monaten bestehenden Angebotsdefizit für Rohöl besteht kein Vertrauen darin, dass die Preise dauerhaft sinken werden. -fr-

HeizOel24-Tipp: Smarte Tankinhaltsmessung spart viel Zeit und Geld. Mithilfe von meX sehen Sie in der übersichtlichen App-Ansicht, wie viel noch im Tank ist und wie weit Sie mit Ihrem Heizverhalten noch kommen. HeizOel24 13.05.2022

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