Heizölpreis – Märkte beruhigen sich

17.03.23 • 10:04 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Die Heizölpreise in Deutschland und der Schweiz sind im Vortagesvergleich stark gestiegen und in Österreich gefallen. Nach dem gestrigen Treffen zwischen Russland und Saudi-Arabien, verkündet die OPEC+ kurzfristig keine weiteren Förderkürzungen umzusetzen. Die EZB erhöht die Zinsen trotz der US-amerikanischen Bankenpleiten wie geplant.

Die Rohölpreise haben ihre gestrige Talfahrt fortgeführt, starten allerdings mit leichtem Plus in den heutigen Handel. Der Euro und ICE Gasoil starten ebenfalls mit Gewinnen in den Handel. Tendenziell besteht damit Aufwärtspotential bei den Heizölpreisen, trotz der weiterhin sehr stark gesunkenen Rohölpreise. Ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI wird aktuell mit 64,64 Dollar, einem Plus von 0,37 Prozent, gehandelt. Ein Fass der Nordseesorte Brent wird aktuell mit 70,61 Dollar gehandelt, einem Plus von 0,33 Prozent. Der Euro wird aktuell mit 1,0663 Dollar, einem Plus von 0,48 Prozent, gehandelt. Der ICE Gasoil Terminkontrakt wird aktuell mit 770,50 Dollar gehandelt, einem Plus von 2,69 Prozent.

Auch das Rohölförderkartell OPEC+ wird bei den aktuellen Schwankungen an den Finanzmärkten und deren Auswirkungen auf die Ölpreise nervös. Die Mitglieder der OPEC+ sind alle stark auf die Einnahmen aus dem Rohstoffhandel angewiesen und die aktuell niedrigen Preise reisen ungeplante Löcher in die Staatshaushalte. Die beiden größten Produzenten des Bündnisses, Russland und Saudi-Arabien, trafen sich deshalb gestern, um die Lage zu besprechen. Ergebnis war, dass es zu keiner Änderung der Förderstrategie kommt, sprich es vorerst keine weiteren Kürzungen geben wird. Vordergründig wird dies darauf geschoben, dass z. B. die chinesische Wirtschaft und Asien im Gesamtbild wirtschaftlich wachsen und mehr Rohöl benötigen und laut der Internationalen Energiebehörde (IEA) im Jahresverlauf der neue Rekordwert von durchschnittlich 102 Mio. B/T Rohöl erreicht wird. Auf der anderen Seite rumort es auch in den Reihen der OPEC+. Einige Mitglieder könnten nicht kurzfristig auf die Einnahmen im Falle weiterer Kürzungen verzichten und andere wollen ihre Förderquoten steigern und nicht senken.

Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöhte gestern die Zinsen wie angekündigt um 0,5 Prozent und dies trotz der Pleiten zweier US-Banken und der Schieflage der schweizer Crédit Suisse Bank. Höhere Zinsen bedeuten ein höheres Risiko für Banken auch innerhalb der EU, die EZB bezeichnet den EU-Bankensektor allerdings als Widerstandsfähig und sich selbst als bereit um bei eventuellen Problemen einzugreifen. Die EZB weist besonders daraufhin, dass sie ihre Entscheidungen Datenbezogen trifft, ein Seitenhieb an die Märkte, welche mit Panik auf die Pleiten der beiden hochspezialisierten US-amerikanischen Banken reagiert haben. Dies stärkt den Euro und hält dennoch die Angst vor einer Rezession am Leben, was beides preissenkende Einflüsse auf die Heizölkosten ausübt.

In der D-A-CH-Region sind die Heizölpreise stark gestiegen. Einzig in Österreich können sich Heizölnutzer aktuell über einen Rückgang zum Vortag von durchschnittlich 0,4 Cent pro Liter freuen. In Deutschland stiegen die Heizölpreise um durchschnittlich 1,85 Cent und in der Schweiz um durchschnittlich 2,15 Rappen pro Liter Heizöl. -fr-

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