Heizölpreise: Vorerst kaum Abwärtsspielräume

03.11.23 • 12:42 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Kurz vor Wochenschluss ziehen die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz um bis zu 1,75 Cent bzw. Rappen pro Liter an. Nachdem in den vergangenen 14 Tagen fast ausschließlich die geopolitische Lage im Nahen Osten thematisiert wurde, schwenkt der Ölmarkt nun zu den Themen des Spätsommers zurück. Die Ölproduktpreise (Gasöl) heben sich neuerlich von den Rohölpreisen ab und steigen aufgrund der knappen globalen Bestände, des Raffineriewartungszyklus, der russischen Exportbeschränkungen und national aufgrund der Heizsaison. Die Heizölnachfrage, die im Wochenverlauf bestenfalls durchschnittlich war, geht aufgrund des Preisschubs vor dem Wochenende zurück.

Die Rohölsorten Brent und WTI sowie der Euro warten derzeit auf Richtungsimpulse während ICE Gasoil einer moderaten Aufwärtsbewegung folgt. Ein Fass Brent wird derzeit mit 87 und ein Fass WTI mit 82 Dollar gehandelt. Der Euro konnte sich derweil auf 1,063 Dollar kämpfen. ICE Gasoil durchbrach die psychologisch wichtige 900 Dollar Marke und wird derzeit mit 912 Dollar pro Tonne gehandelt. Damit besteht am heutigen Vormittag noch leichtes Aufwärtspotential für die Heizölpreise.

Die Ölproduktpreise haben sich in dieser Woche von den Rohölpreisen entkoppelt. Die starke globale Nachfrage während der aktuellen Heizperiode sowie die niedrigen weltweiten Bestände und der laufende Raffineriewartungszyklus sorgen für eine Verknappung. Russland, einer der größten Kraftstoffexporteure der Welt, hatte im September ein Exportverbot für Diesel und Benzin verhängt und dies mit der inländischen Versorgungslage und hohen Endverbraucherpreisen in Russland begründet. Zwar gab es leichte Lockerungen, der Großteil der Beschränkungen bleibt allerdings bis auf weiteres in Kraft, gab der russische Vizepremierminister Alexander Novak heute bekannt.

Die Rohölpreise für WTI und Brent haben im Vergleich zur Vorwoche ca. drei bis vier Prozent nachgegeben, befinden ausgehend vom Wochenstart allerdings auf einem leichten Aufwärtstrend. Zwar stützt der Krieg zwischen Israel und der Hamas die Rohölpreise und es wird davon ausgegangen, dass Saudi-Arabien seine freiwilligen Förderkürzungen auch im neuen Jahr fortsetzen wird. Zusätzlich zeigen die jüngsten chinesischen Wirtschaftsdaten, dass die erhoffte Nachfrageerholung des zweitgrößten Ölkonsumenten der Welt alles andere als sicher ist. Auf der anderen Seite geht der Markt inzwischen davon aus, dass die US-amerikanische Zentralbank (Fed) die Zinsen nicht weiter anziehen wird, was sich bremsend auf den Preisanstieg auswirkt.

Während die Heizölpreise heute Vormittag in Österreich im Schnitt um 0,1 Cent pro Liter nachgaben, stiegen sie in der Schweiz um 0,5 Rappen und in Deutschland um 1,75 Cent. Regional gibt es vor allem im Westen und Osten allerdings auch Abwärtsbewegungen. Die höchsten Anstiege sind neuerlich im Südwesten Deutschlands zu beobachten. Tendenziell sieht es über das Wochenende hinaus nach festen Heizölpreisen aus. -fr-

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