Der Ölmarkt spielt ohne Trumpf

09.12.25 • 09:58 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise sind im Montagsverlauf deutlich unter Druck geraten und haben ihre vorherigen Gewinne rasch wieder abgegeben. Ein hohes Angebot trifft weiter auf eine zurückhaltende Nachfrageerwartung, ohne Trumpf lässt sich aktuell kein Stich machen. Auch beim Heizöl gibt es eine Richtungsänderung. Mit deutlichen Abschlägen von durchschnittlich einem Cent bzw. Rappen je Liter rauschen die Heizölpreise erstmal wieder südwärts.

Am Ölmarkt setzt sich das Muster der vergangenen Tage fort: Sobald die Preise etwas Luft holen, meldet sich das Angebot zurück. Nach einem zunächst ruhigen Start rutschten die Notierungen nach Gewinnmitnahmen ab. Zudem hält Indien weiterhin an günstigen Importen aus Russland fest, was zusätzliche Mengen auf dem Weltmarkt hält. Gleichzeitig stehen aus Kasachstan bald wieder mehr Exportkapazitäten zur Verfügung.

Auch geopolitische Störfeuer änderten daran wenig. Im Irak wurde das bedeutende Ölfeld West Qurna 2 nach einem Pipeline-Leck nur kurzfristig stillgelegt und schnell wieder hochgefahren. Der Ausfall blieb damit eine Randnotiz. Ähnlich verhielt es sich mit den Meldungen aus dem Sudan, wo die Einnahme des Heglig-Ölfeldes durch die sudanesische Miliz Rapid Support Forces (RSF) die Förderung stoppte. Trotz der betroffenen Mengen blieb eine echte Preisspannung aus, der Markt verlässt sich darauf, dass global weiterhin ausreichend Öl verfügbar ist.

Kontinuierlich blicken Händler auf die Gespräche zum Ukraine-Krieg. Fortschritte würden mittelfristig die Rückkehr weiterer russischer Exporte ermöglichen und gelten daher eher als Belastung für die Preise. Ein Scheitern der Gespräche würde dagegen kaum überraschen und ist weitgehend berücksichtigt. Entsprechend gaben Brent, WTI und Gasoil im Tagesverlauf nach und beendeten den Handel deutlich schwächer. Neue Impulse werden nun von der US-Zinsentscheidung und den anstehenden US-Ölbestandsdaten erwartet.

Die schwächeren Börsen sorgen auch im Inland für Bewegung. Heizöl in Deutschland vergünstigt sich aktuell um durchschnittlich einen Cent pro Liter. Mit der Abwärtsbewegung wird nun wieder die 90 Cent-Marke angepeilt. Trotz des Aufs und Abs der letzten Tage zeigt sich der Dezember recht verbraucherfreundlich und liegt mit einem Monatsdurchschnittspreis von 90,8 Cent je Liter rund vier Cent unter dem Novemberschnitt.

In Österreich wird die Abwärtsdynamik in enger Spanne gehalten. Dort bewegen sich die Heizölpreise in langsamen Schritten auf ein bundesweites Mittel von 1,13 Euro pro Liter. In der Schweiz zeigen sich Preisrückgänge von etwa 0,4 Rappen pro Liter. Im kantonweiten Durchschnitt kostet der flüssige Brennstoff aktuell 94,8 Rappen je Liter und damit gut einen Rappen unter dem bisherigen Dezemberschnitt.

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