Kälteeinbruch stützt Öl- und Heizölpreise

26.01.26 • 09:58 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise starteten vorerst verhalten in die neue Woche. Nach der Entspannung im Grönland-Streit fehlt dem Markt ein neues, tragfähiges Thema, während das Überangebot weiter mitschwingt. Heizöl zieht im Inland erstmal weiter an, getragen von der Erholung der Vorwoche und anhaltender Nachfrage.

In der vergangenen Woche stand der Ölmarkt spürbar unter politischem Einfluss. Im Mittelpunkt stand der Auftritt von Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos und der zuvor eskalierte Streit um Grönland. Nachdem Washington zeitweise mit Strafzöllen gegen Europa gedroht hatte, folgte überraschend der Rückzieher. Trump sprach nach Gesprächen mit NATO-Vertretern von einem möglichen Rahmenabkommen und verzichtete vorerst auf neue Handelshemmnisse.

Damit verschwand ein zentrales Risikothema vom Tisch. Die befürchtete Eskalation eines transatlantischen Handelskonflikts, die zuletzt auf die Stimmung gedrückt hatte, wurde entschärft. Gleichzeitig blieb der Ölmarkt jedoch ohne neuen Treiber. Kurzfristige Impulse durch Produktionsausfälle in Kasachstan oder schärfere Worte Trumps in Richtung Iran sorgten zwar immer wieder für Ausschläge, konnten aber keine nachhaltige Bewegung auslösen.

Aufgrund der anhaltenden kalten Temperaturen in den USA haben mindestens 20 Bundesstaaten den Notstand ausgerufen. Es kam zeitweise zu Stromausfällen in vielen Haushalten. Einige Raffinerien mussten ihre Kapazitäten herunterfahren, da sie auf die Kältewelle nicht eingestellt sind. Und auch in Teilen Europas ist der Winter da und ließ die Nachfrage nach Heizenergie anziehen. Das macht der Blick auf die Gasspeicher deutlich. Laut der Gas Infrastructure Europe waren die Gasspeicher in der gesamten EU letzte Woche zu 47 % gefüllt, in Deutschland sogar nur zu 38 %.

In Deutschland haben die Heizölpreise zum Wochenstart erneut angezogen. Der durchschnittliche Preis liegt aktuell bei rund 93,3 Cent pro Liter und damit über zwei Cent über dem Januar-Mittel von 90,9 Cent. Nach der Stabilisierung zum Ende der Vorwoche setzt sich die Aufwärtsbewegung fort. Die Nachfrage bleibt aufgrund der niedrigen Temperaturen weiter stabil.

Auch in Österreich ziehen die Preise leicht an. Der Durchschnittspreis liegt derzeit bei knapp 1,08 Euro pro Liter. Nach dem kräftigen Rückgang im Dezember zeigt sich seit Januar eine schrittweise Erholung, die für Heizölkunden jedoch moderat bleibt. In der Schweiz ist ebenfalls eine leichte Aufwärtsbewegung zu beobachten. Der Durchschnittspreis liegt aktuell bei rund 95,5 Rappen pro Liter. Nach der Bodenbildung im Januar haben die Preise zuletzt wieder etwas angezogen. Die Nachfrage bleibt solide, viele Käufer beobachten die Entwicklung genau und reagieren selektiv auf kurzfristige Bewegungen.

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