Ölpreise treten nach Mehrmonatshochs auf Bremse

30.01.26 • 11:00 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise gaben gestern nach ihrem starken Lauf etwas nach, und knüpfen am Freitag an ihre Vortagesverluste an. Auslöser waren Gewinnmitnahmen nach den Mehrmonatshochs, während geopolitische Risiken rund um Iran und die angespannte Lage im Nahen Osten weiter präsent blieben. Im Inland kommt die Abwärtsbewegung an den Börsen noch nicht an. Für Heizölkunden zeigt sich das am Vormittag noch mit steigenden Preisen. Durchschnittlich 0,6 Cent bzw. Rappen pro Liter geht es erstmal nach oben.

Nach den kräftigen Kursgewinnen der vergangenen Tage legten die Ölpreise gestern eine Verschnaufpause ein. Brent und WTI rutschten im Tagesverlauf etwas unter ihre jüngsten Hochs, nachdem Marktteilnehmer Gewinne realisierten. Neue fundamentale Entlastung kam dabei nicht auf, denn die geopolitischen Risiken blieben bestehen.

Im Fokus stand weiterhin die Lage rund um Iran. Die angekündigten Militärübungen in der Straße von Hormus und die scharfe Rhetorik aus Washington hielten die Risikoprämie am Ölmarkt hoch. Auch wenn US-Präsident Trump zuletzt Gesprächsbereitschaft signalisierte, blieb die Unsicherheit bestehen. Die Meerenge von Hormus ist ein zentrales Nadelöhr für den weltweiten Öltransport, weshalb jede Eskalation dort sofort preisrelevant ist.

Unterstützend wirkte zudem die weiterhin nur schleppende Erholung der Produktion am kasachischen Ölfeld Tengiz sowie die Kälte in Teilen der USA und Europas, die Angebot und Logistik belastet. Gleichzeitig sorgten die aktuellen US-Bestandsdaten für keinen klaren Richtungsimpuls. Zwar meldete das US-Energieministerium zuletzt sinkende Rohölvorräte, bei den Destillaten wurden jedoch Zuwächse verzeichnet.

Die US-Notenbank ließ ihre Leitzinsen wie erwartet unverändert. Der Entscheid wurde vom Markt ruhig aufgenommen und änderte nichts am bestehenden Bild. Der US-Dollar legte im Anschluss etwas zu, was den Ölpreisen zusätzlichen Gegenwind brachte. Insgesamt blieb der Ölmarkt damit anfällig für weitere Gewinnmitnahmen, ohne dass die grundlegenden Risiken verschwunden wären.

In Deutschland ziehen die Heizölpreise heute weiter an. Der bundesweite Durchschnitt liegt aktuell bei rund 94 Cent je Liter. Gegenüber gestern entspricht das einem Plus von durchschnittlich 0,6 Cent. Höhere Ausschläge sind derzeit vor allem im Saarland (+ 1,5 Cent/ Liter) und Berlin (+ 1,0 Cent/ Liter) zu beobachten, während sich Heizöl in Thüringen, Mecklenburg Vorpommern und Sachsen-Anhalt mit durchschnittlich 0,3 Cent je Liter nur moderat verteuert.

In Österreich haben die Heizölpreise in dieser Woche bei ihrem Tempo eine Schippe draufgelegt und ziehen schnurstracks weiter nach oben. Mittlerweile ist sind im bundesweiten Durchschnitt die 1,09 Euro pro Liter geknackt. Auch in der Schweiz müssen sich Heizölkunden auf eine Teuerung bei Heizöl einstellen, die bisher aber nur marginal ist. Im kantonweiten Mittel bezahlen Verbraucher knapp 96 Rappen für den Liter Ökoheizöl.

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