Eskalation im Nahen Osten treibt Heizölpreise auf Drei-Jahreshoch

02.03.26 • 10:55 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Drohungen sind Realität geworden. USA und Israel haben den Iran am Wochenende militärisch angegriffen, Irans oberstes Staatsoberhaupt Ali Chamenei wurde getötet, und die Straße von Hormus ist nach Tankerangriffen faktisch dicht. Der Rohölmarkt reagierte in der Nacht zum Montag mit dem größten Preissprung seit Jahren, die Heizölpreise folgen und starten die neue Woche mit massiven Aufschlägen von rund 20 Cent bzw. Rappen pro Liter. Heizöl erreicht damit den höchsten Stand seit drei Jahren.

Seit Wochen hatte der Markt die Möglichkeit eines Militärschlags eingepreist, nun ist er da. Israel und die USA griffen am Samstag iranische Ziele an, Teheran antwortete mit Gegenschlägen in der gesamten Golfregion, darunter auch im Oman, der noch wenige Tage zuvor bei den Atomgesprächen vermittelt hatte. Irans oberster Führer Ali Chamenei, seit 1989 das politische und geistliche Oberhaupt der Islamischen Republik, wurde noch am selben Tag getötet. Die Nachfolge ist ungeklärt, ein dreiköpfiges Gremium führt das Land vorerst. Während das Regime eine 40-tägige Staatstrauer ausrief, setzte der Iran seine militärischen Aktionen fort.

Was den Ölmarkt dabei am härtesten trifft, ist die unmittelbare Konsequenz daraus. Der Iran hat mehrere Öltanker in der Straße von Hormus angegriffen, über 200 Schiffe stauen sich vor der Einfahrt, große Reedereien meiden die Route bereits. Täglich passiert rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs diese Meerenge, fast alle Golfstaaten sind für ihre Exporte auf sie angewiesen. Solange die Durchfahrt gefährdet bleibt, sind auch die Reservekapazitäten der OPEC+ faktisch wertlos: Das Öl ist zwar vorhanden, kommt aber nicht durch.

Die OPEC+ hat am Sonntag trotzdem eine Förderanhebung um 206.000 Barrel täglich ab April beschlossen, angesichts der gesperrten Meerenge vorerst kaum mehr als ein Signal. Analysten erwarten Brent im Wochenverlauf zwischen 80 und 90 US-Dollar je Barrel, bei anhaltender Sperrung sogar bei 100-US-Dollar. Die Internationale Energieagentur (IEA) beobachtet die Lage eng und kann im Krisenfall strategische Ölreserven der Industrieländer freigeben, die weltweiten Lagerbestände gelten derzeit aber als ausreichend, um einen längeren Zeitraum zu überbrücken.

Brent legte seit Freitag um knapp sechs US-Dollar zu und notiert heute Morgen bei 78,67 US-Dollar je Barrel, WTI zog um 6,73 Prozent auf 71,82 US-Dollar an. Der Londoner Gasölkontrakt sprang um 115 US-Dollar auf 867,00 US-Dollar je Tonne, der stärkste Tagesanstieg seit Jahren. Trump erklärte, die Angriffe würden voraussichtlich vier bis fünf Wochen dauern und stellte in Aussicht, Sanktionen aufzuheben, sollte sich eine neue iranische Führung als gesprächsbereit erweisen.

Im DACH-Raum explodieren die Heizölpreise zum Wochenstart förmlich. Am Freitag lag der Liter noch bei 98,8 Cent, heute werden in Deutschland rund 1,20 Euro pro Liter aufgerufen. Ein Aufschlag von über 20 Cent binnen eines einzigen Wochenendes.

Einen derart heftigen Preissprung gab es zuletzt 2022, als Russland die Ukraine überfiel und die Energiemärkte durch die Decke gingen. Mit dem aktuellen Satz nach oben markiert Heizöl nun ein neues Drei-Jahreshoch. Treiber sind vor allem die deutlich gestiegenen Gasölpreise, die im Inland direkt auf Heizöl durchschlagen.

Das Ausmaß wird bei größeren Bestellungen ziemlich deutlich: Wer 3.000 Liter ordert, zahlt heute über 600 Euro mehr als noch am Freitag. Kein Wunder also, dass nach der Nachrichtenlage vom Wochenende viele Ölheizer bestellten und die Nachfrage nach oben katapultierte. Wer jetzt noch ausreichend Vorrat im Tank hat, kann sich zumindest vorerst entspannen und die angespannte Lage aussitzen.

Auch in Österreich zeigt sich das Bild deutlich. Knapp 1,33 Euro pro Liter stehen heute auf der Tafel, fast 22 Cent mehr als noch am Freitag. Ein Niveau, das man dort zuletzt 2023 gesehen hat. In der Schweiz kletterte der Preis von rund einem Franken auf 1,22 Franken je Liter. Ebenfalls über 20 Rappen in nur zwei Tagen, damit ist die gesamte Bewegung der vergangenen Wochen passé. Solange die Rohöl- und Gasölnotierungen hoch bleiben und die geopolitische Unsicherheit bleibt, dürfte das Preisniveau angespannt bleiben. Wer Öl braucht, sollte die Nachrichtenlage im Auge behalten und gegebenenfalls eine kleine Menge nachtanken.

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