Hormus dicht – Öl- und Heizölpreise ziehen nordwärts

03.03.26 • 11:03 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Der Krieg im Nahen Osten geht in seinen dritten Tag – und die Lage spitzt sich zu. Der Iran hat die Straße von Hormus offiziell gesperrt, Katar hat die Flüssiggasproduktion nach Angriffen auf seine Anlagen gestoppt, und Trump kündigt an, die entscheidende Angriffswelle stehe erst noch bevor. Brent und Gasöl legen heute Morgen erneut zu, die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz können nicht anders als den Vorgaben an der Börse zu folgen. Heizöl verteuert sich heute nochmal um etwa fünf Cent pro Liter, das katapultiert den Preis für den flüssigen Brennstoff auf Mehrjahreshochs.

Was die Lage heute von gestern unterscheidet: Die Sperrung der Straße von Hormus ist offiziell. Teheran hat die Meerenge für die internationale Schifffahrt geschlossen und klargestellt, dass jedes Schiff, das passieren will, zum Ziel wird. Täglich fließt durch diese Enge rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs. Gerade fließt ein Viertel davon. Große Reedereien haben die Route gestrichen, Hunderte Schiffe stauen sich vor der Einfahrt. Die OPEC+ hat beschlossen, ab April wieder mehr zu fördern – nur nützt das wenig, solange das Öl die Häfen nicht verlassen kann.

Der Konflikt greift derweil tiefer in die Energieversorgung ein als zunächst sichtbar. Der weltgrößte Flüssiggasproduzent Katar hat nach Angriffen auf seine Anlagen die Produktion gestoppt und Force Majeure ausgerufen. Israelische Gasfelder wurden auf Regierungsanordnung stillgelegt. Im Nordirak haben mehrere Unternehmen die Förderung eingestellt. Und Trumps gestrige Ankündigung, die entscheidende Angriffswelle auf den Iran stehe erst noch bevor, hat den Markt zusätzlich in Bewegung gebracht. Wie lange dieser Krieg dauert, weiß niemand – Trump sprach ursprünglich von vier bis fünf Wochen, sein Außenminister Rubio deutet inzwischen mehr an.

Analysten halten Brent über 100 US-Dollar für möglich, sollte die Meerenge nicht bald wieder offen sein. Im Extremfall werden Preise zwischen 120 und 150 US-Dollar nicht mehr ausgeschlossen. Die IEA kann im Krisenfall strategische Ölreserven freigeben, die weltweiten Lagerbestände gelten derzeit als ausreichend – das begrenzt den Preisanstieg zumindest nach oben. Beruhigt ist der Markt erst, wenn die ersten Tanker wieder ungehindert durch die Meerenge fahren.

Der Heizölpreis in Deutschland hat sich in wenigen Tagen neu kalibriert. Vor einer Woche lag der Bundesschnitt noch unter 97 Cent pro Liter. Heute sind es knapp 1,23 Euro. Regional gibt es Unterschiede: Bremen und Schleswig-Holstein liegen mit aktuell bis zu 1,35 Euro pro Liter an der Spitze, Bayern und Baden-Württemberg sind mit durchschnittlich 1,20 Euro pro Liter deutlich günstiger. Doch der Trend ist überall derselbe. Es geht nach oben. Zusätzlichen Druck auf die Heizölpreise macht der schwächelnde Euro. Die Gemeinschaftswährung ist gestern auf ein Sechs-Wochen-Tief gegenüber dem US-Dollar gefallen und setzt heute seine Verluste fort.

In Österreich kostet der Liter heute rund 1,36 Euro, in der Schweiz etwa 1,20 Franken. Auch dort Niveaus, die noch vor einer Woche undenkbar schienen. Die Nachfrage ist in allen drei Märkten sprunghaft gestiegen. Dennoch schwingt die Unsicherheit mit, ob jetzt gekauft werden sollte, bevor die Heizölpreise weiter gen Norden ziehen. Oder ob eine baldige Beruhigung absehbar ist. Beruhigung ist jedoch erst in Sicht, wenn die Tanker wieder ungehindert durch die Meerenge fahren können. Danach sieht es derzeit nicht aus. Ein kleiner Trost: Der meteorologische Frühling hat begonnen – der Heizbedarf sinkt in den kommenden Wochen, und damit auch der Druck, den Tank sofort auffüllen zu müssen.

HeizOel24-Tipp: Die Preise sind in wenigen Tagen durch die Decke gegangen. Wer jetzt trotzdem bestellen muss, hat zumindest die Möglichkeit, das Öl in Teilbeträgen zu kaufen. Nutzen Sie dafür den Ratenkauf bei der Bestellung. HeizOel24

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