Gasöl auf Höchststand – Heizölpreise klettern weiter

05.03.26 • 10:22 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Nachdem der Ölmarkt gestern etwas Luft holen konnte, geht es heute wieder straff nach oben. Der Londoner Gasölkontrakt klettert auf den höchsten Stand seit 2022, Brent und WTI ziehen nach. Die Aufwärtsbewegung bei den Heizölpreisen im DACH-Raum verliert zwar etwas an Schwung, die Richtung bleibt jedoch. Im Durchschnitt geht es nochmal fünf Cent bzw. Rappen je Liter nach oben. Die Nachfrage ist entsprechend abgeebbt.

Neue Signale kommen aus China. Peking hat seine großen Staatsraffinerien angewiesen, Kraftstoffexporte vorerst zu stoppen. Konzerne wie PetroChina, Sinopec und CNOOC, die zusammen den Großteil der chinesischen Raffineriekapazität kontrollieren, sichern zunächst die heimische Versorgung. Rund die Hälfte aller chinesischen Ölimporte kommt aus der Golfregion, und Peking reagiert auf diese Abhängigkeit mit Vorsorge. Für den Weltmarkt bedeutet das weniger Angebot in einem Markt, der ohnehin unter Druck steht. Der Gasölkontrakt reagiert prompt und legt über vier Prozent zu. Brent handelt bei 83,57 US-Dollar pro Barrel, WTI bei 76,92 US-Dollar, Gasöl bei 1.091 US-Dollar pro Tonne.

Dass Peking jetzt gegensteuert, ist kein Zufall, sondern eine direkte Reaktion auf das, was seit Tagen die Versorgungslogik des gesamten Ölmarkts auf den Kopf stellt. Die Straße von Hormus bleibt gesperrt, rund 329 Öltanker warten im Persischen Golf auf Durchfahrt, und die Folgekosten dieser Blockade summieren sich täglich. Der Irak hat seine Förderung um fast 1,5 Millionen Barrel pro Tag reduziert, weil schlicht kein Platz mehr in den Tanks ist. Katar hat die Flüssiggasproduktion eingestellt und rechnet frühestens in einem Monat mit einer Rückkehr zum Normalbetrieb. Trumps Ankündigung, Öltanker militärisch begleiten zu wollen, hat die Märkte wenig beeindruckt, solange der Iran weiterhin Schiffe in der Golfregion beschießt. Zuletzt traf es einen Tanker vor Kuwait. Analysten erwarten keine Entspannung, bevor die Meerenge wieder offen ist.

Die offiziellen US-Lagerdaten vom Department of Energy (DOE), die gestern veröffentlicht wurden, hätten unter anderen Umständen für Gegenwind gesorgt. Die US-Rohölvorräte legten zu, während die Nachfrage um 1,6 Millionen Barrel pro Tag einbrach. In einer normalen Marktlage wären das belastende Signale. Derzeit interessiert das kaum jemanden.

Verbraucher im DACH-Raum müssen sich den vierten Tag in Folge auf steigende Preise einstellen. Der Blick auf die Monatsdurchschnitte zeigt, wie schnell sich das Preisniveau verschoben hat. In Deutschland lagen die Heizölpreise im Januar noch bei rund 91 Cent je Liter, im Februar bei knapp 95 Cent. Der bisherige Märzdurchschnitt steht bereits bei gut 1,19 Euro pro Liter, ein Anstieg von gut 25 Prozent gegenüber Februar. Bei einem bundesweiten Mittel über 1,30 Euro kaufen viele Haushalte nur noch das Nötigste. Wer noch Spielraum hat, wartet ab. Wer dringend Bedarf hat, sollte nicht auf deutlich günstigere Tage spekulieren, solange die Lage am Golf ungelöst bleibt.

Österreich bewegt sich im gleichen Tempo. Der aktuelle Tagesdurchschnitt liegt bei 1,53 Euro pro Liter. Mit einem März-Mittel von 1,36 Euro bewegt sich Heizöl auch dort rund 24 Prozent über dem Preisniveau des Vormonats. In der Schweiz klettern die Heizölpreise nach ihrer gestrigen Verschnaufpause um gut fünf Rappen je Liter zurück auf ihr Wochenhoch. Im kantonweiten Durchschnitt kostet der Liter des flüssigen Brennstoffs aktuell 1,25 Franken. Mit Blick auf die Monatsdurchschnitte liegt der Heizölpreis dort etwa 21 Prozent höher als noch im Februar. Der starke Franken nimmt einen Teil des Drucks weg.

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Oliver Klapschus
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