Ölpreis unter Druck: Kommen jetzt die Reserven?

11.03.26 • 10:33 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise geben zur Wochenmitte weiter nach. Brent hat sich nach dem Höhenflug vom Montag deutlich abgekühlt, der Gasölkontrakt folgt. Hinter dem Rückgang steckt die wachsende Erwartung, dass die Internationale Energieagentur IEA noch heute die größte Freigabe strategischer Ölreserven ihrer Geschichte beschließen könnte. Die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz sinken heute leicht.

Gestern war es ein Wechselbad der Gefühle. Brent gab im Tagesverlauf deutlich nach, erholte sich am Abend etwas, blieb aber weit unter den Hochs vom Wochenbeginn. Was die Preise nach unten zog, war das wachsende Bewusstsein am Markt, dass die strategischen Reserven der westlichen Industriestaaten mobilisiert werden könnten. Laut einem Bericht des Wall Street Journal erwägt die International Energy Agency (IEA) eine Freigabe, die sogar die 182 Millionen Barrel übertreffen könnte, die 2022 nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine auf den Markt gebracht wurden. Noch heute soll darüber entschieden werden, sofern keines der 32 Mitgliedsländer Einspruch erhebt. Die G7-Energieminister hatten zuletzt gebeten, zunächst eine Lagebewertung vorzunehmen. So hieß es dazu, eine Freigabe werde grundsätzlich unterstützt, Fragen zum Volumen und zur Aufteilung müssten aber noch geklärt werden.

Für zusätzliche Unsicherheit sorgte gestern das Weiße Haus selbst. US-Energieminister Chris Wright veröffentlichte eine Mitteilung, wonach die US-Marine einen Öltanker durch die Straße von Hormus eskortiert habe, und löschte sie kurz darauf wieder. Das Weiße Haus räumte anschließend ein, dass ein solcher Einsatz nicht stattgefunden hatte. Auch Trumps widersprüchliche Beiträge über mögliche Minen in der Meerenge trugen nicht zur Beruhigung bei.

Die fundamentale Lage ist derweil unverändert angespannt. Die globale Ölproduktion ist seit Kriegsbeginn um über sechs Prozent eingebrochen. Irak, Saudi-Arabien, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain haben alle ihre Förderung gedrosselt. Die Straße von Hormus bleibt gesperrt. Dazu passen die API-Bestandsdaten vom Dienstagabend. Die amerikanischen Rohölvorräte gingen um 1,7 Millionen Barrel zurück, auch Destillate und Benzin bauten ab. Das Bild einer zunehmend knappen Versorgungslage verdichtet sich. Ob die offiziellen DOE-Bestandsdaten das heute Nachmittag bestätigen, bleibt abzuwarten. Am Nachmittag folgt außerdem der OPEC-Monatsbericht.

Die Heizölpreise im Inland geben auch heute ein Stück weit nach. Seit dem US-israelischen Angriff auf den Iran hat sich Heizöl in Deutschland bis zur Montagsspitze um knapp 47 Prozent verteuert. Mit der Entspannung in den letzten beiden Tagen sind es aktuell noch knapp 32 Prozent mehr. Der bundesweite Durchschnittspreis beläuft sich aktuell auf 1,28 Euro pro Liter und damit auf einem Niveau, das zuletzt vor einer Woche zu sehen war.

In Österreich zeigt sich die Heizölpreisentwicklung schwungvoller, denn dort geht es heute rund fünf Cent runter. Aktuell zahlen Verbraucher im Durchschnitt 1,60 Euro pro Liter. Kunden in der Schweiz sehen die Heizölpreise aktuell auf Vortagesniveau. Seit dem Peak vergangenen Freitag hat sich der flüssige Brennstoff um knapp neun Prozent vergünstigt. Das kantonweite Mittel liegt am Vormittag bei 1,19 Franken pro Liter.

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