Iranische Drohnenangriffe stützen Ölpreise

17.03.26 • 10:20 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise starten auch am Dienstag fester in den Tag, nachdem erneute Drohnenangriffe stützten. Für etwas Beruhigung konnten jedoch die ersten Reservefreigaben sorgen. Die Heizölpreise im DACH-Raum zeigen sich am Morgen noch unentschlossen und treten weitestgehend auf der Stelle.

Der gestrige Handel hatte kurz so ausgesehen, als könnte der Markt einen Gang zurückschalten. Japan lockerte die Mindestvorschriften für Raffinerie-Reserven, die USA boten eine erste Tranche von 89 Millionen Barrel aus ihren strategischen Beständen zur Abgabe an. Die Nordseesorte Brent gab nach, fiel phasenweise unter die symbolische Grenze von 100 US-Dollar je Barrel, beendete den Tag jedoch wieder knapp darüber. Das Ringen zwischen Angebotsfurcht und Entlastungsmaßnahmen bleibt eng.

In der Nacht zum Dienstag hat der Iran das Erdgasfeld Shah in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit Drohnen angegriffen. Das Feld, das gemeinsam vom staatlichen Energiekonzern ADNOC und dem US-Unternehmen Occidental betrieben wird, musste aufgrund eines Brandes den Betrieb vorübergehend einstellen. Laut den Behörden in Abu Dhabi sei er aber rasch unter Kontrolle gebracht worden.

Gleichzeitig traf eine Drohne das irakische Ölfeld Majnoon in der Provinz Basra, eines der größten Fördergebiete des Landes. Das irakische Ölministerium bestätigte den Angriff, ohne Details zu nennen. Lokalen Berichten zufolge wurden ein Kommunikationsturm und ein Bürogebäude des US-Unternehmens KBR beschädigt, das seine Mitarbeiter bereits zu Kriegsbeginn vorsorglich abgezogen hatte.

Beide Meldungen zusammen reichten, um die Ölpreise am Morgen wieder nach oben zu treiben. Brent notiert aktuell bei 104,20 US-Dollar je Barrel, die amerikanische Ölsorte WTI bei 97,67 US-Dollar. ICE Gasöl, der für die europäischen Heizölpreise maßgebliche Terminkontrakt, legt ebenfalls deutlich zu.

Im weiteren Wochenverlauf kommen zwei weitere Faktoren ins Spiel. Die US-Notenbank Fed beginnt heute ihre zweitägige Zinssitzung, das Ergebnis folgt am Mittwochabend. Fed-Chef Jerome Powell, der seinen Posten im Mai abgibt, könnte Signale setzen, die den US-Dollar bewegen. Am Donnerstag folgt die Zinssitzung der Europäischen Zentralbank EZB. Beide Notenbanken dürften die Leitzinsen unverändert lassen, ihre Aussagen zum weiteren Kurs werden aber genau beobachtet.

Die preistreibenden Faktoren an den Börsen machen sich auch bei den Inlandspreisen bemerkbar. Aber mit weitaus weniger Dynamik. So bleiben die Heizölpreise am Morgen auf hohem Niveau, bewegen sich im Vergleich zu gestern aber kaum. Noch unentschlossen treiben diese in Deutschland in einer Spanne zwischen 1,35 und 1,36 Euro je Liter. In Österreich bleibt die seit knapp einer Woche anhaltend zähe Seitwärtsrichtung intakt. Dort verharrt der Heizölpreis bei durchschnittlich 1,60 Euro pro Liter. In der Schweiz konnte Heizöl zum Wochenauftakt leicht nachgeben, zieht aber heute erneut nach oben. Der durchschnittliche Preis für den flüssigen Brennstoff beläuft sich aktuell auf 1,31 Franken je Liter.

Das März-Mittel für Heizöl liegt im DACH-Raum bei einem durchschnittlichen Plus von rund 37 Prozent gegenüber Februar, was sich auch deutlich in dem Nachfragerückgang widerspiegelt. Zuletzt war die Bestellaktivität in Deutschland im vergangenen November so gering, als der Heizölpreis an der 98-Cent-Marke kratzte. Aus heutiger Perspektive eine Marke, die inzwischen attraktiv wirkt. Verbraucher müssen weiterhin auf ihre Geduld setzen und den richtigen Moment zum Nachbestellen abwarten.

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