Ölpreise kühlen sich etwas ab

18.03.26 • 12:04 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise konnten sich im gestrigen Handel etwas abkühlen und geben auch am Mittwoch weiter ab. Eine Einigung zwischen dem Irak und der Kurdenregion lässt Öl wieder durch eine wichtige Pipeline fließen und gibt den Märkten etwas Luft. Heizölkunden in Deutschland und Österreich spüren das heute nur bedingt, in der Schweiz müssen Verbraucher sogar mit Aufschlägen rechnen.

Die Aufwärtsdynamik der vergangenen Wochen ist seit dem Wochenende merklich abgeflaut. Die Nordseesorte Brent konsolidiert nun knapp oberhalb der 100 US-Dollar-Marke, steuerte aber keine neuen Hochs mehr an. Dafür sorgen aktuell mehrere Meldungen gleichzeitig, die den Rohölnotierungen die Stoppkelle zeigten. Der Irak und die Regionalregierung Kurdistans haben sich geeinigt, die Kirkuk-Ceyhan-Pipeline heute wieder anlaufen zu lassen, die täglich bis zu 410.000 Barrel am Persischen Golf vorbei an den türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan transportieren kann. Hinzu kamen Berichte, wonach der Iran zunehmend Anfragen zur Durchfahrt durch die Straße von Hormus zulässt und China wieder russisches Öl bezieht.

Gänzlich beruhigt hat sich der Markt damit aber nicht. Die USA teilten mit, sie hätten iranische Stellungen für Schiffsabwehr-Marschflugkörper nahe der Meerenge angegriffen. Zudem wurde der Tod Ali Larijanis, dem Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrats im Iran, bestätigt. Die Vergeltung folgte prompt. Der Iran startete einen Raketenangriff auf Israel, bei dem Streumunition eingesetzt wurde. Analysten gehen davon aus, dass Brent in den kommenden Wochen in einer Spanne zwischen 95 und 110 US-Dollar pendeln dürfte, solange keine grundlegende Entspannung am Golf eintritt.

Am Nachmittag werden die offiziellen US-Lagerbestandsdaten des Department of Energy (DOE) veröffentlicht. Das American Petroleum Institute (API) hatte gestern Abend einen unerwarteten Rohölaufbau von 6,6 Millionen Barrel gemeldet, was auf eine nachlassende Nachfrage oder eine gedrosselte Raffinerieauslastung hindeuten könnte. Einfluss auf die Ölpreise hatte der API-Report allerdings nicht. Heute Abend gibt Fed-Chef Jerome Powell zudem seinen letzten geldpolitischen Kommentar vor seinem Abgang im Mai ab. Angesichts des Iran-Kriegs, bei dem niemand weiß, wie lange er andauern wird, blickt der Markt gespannt darauf, wie die Notenbank die Energieinflation bewertet.

Die Heizölpreise in Deutschland bekommen heute etwas Spielraum für Abwärtsbewegungen an die Hand. Am Vormittag kommen diese leicht von ihren Vortagsniveaus zurück. Mit durchschnittlich 0,1 Cent pro Liter keine große Bewegung, dennoch ist jede Verschnaufpause für Verbraucher mit Bestellzwang hilfreich. In Österreich zeigen sich die Heizölpreise ebenfalls wenig beeindruckt und halten ihr Niveau bei 1,60 Euro je Liter. In der Schweiz wird Heizöl heute etwas teurer. Dort zieht es 1,5 Rappen pro Liter nach oben, sodass mit 1,33 Franken je Liter ein neues Hoch im laufenden Jahr erreicht ist.

HeizOel24-Tipp: Sie möchten den Durchschnittspreis eines bestimmten Monats erfahren? Nutzen Sie dafür unser Chart „Monatsdurchschnittspreise Heizöl“ auf der Chart-Seite und verschaffen Sie sich einen Überblick, wie teuer oder günstig das Jahr war. HeizOel24

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