Trumps Ultimatum heizt Ölmarkt auf

23.03.26 • 09:10 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Der Krieg am Persischen Golf tritt in eine neue Phase. US-Präsident Donald Trump stellte dem Iran am Wochenende ein 48-Stunden-Ultimatum zur vollständigen Öffnung der Straße von Hormus. Teheran antwortete mit einer Gegendrohung. Die Ölpreise ziehen zu Wochenbeginn weiter an und nehmen die Heizölpreise mit ins Gepäck. In Deutschland, Österreich und der Schweiz geht es am Morgen erstmal durchschnittlich bis zu vier Cent bzw. Rappen je Liter nach oben.

Die Nordseesorte Brent und die amerikanische Ölsorte WTI starteten fester in die neue Handelswoche und haben ihren Tagesdurchschnitt vom Freitag bereits überschritten. Brent notiert am Montagmorgen bei rund 114,01 US-Dollar je Barrel, WTI bei 101,61 US-Dollar. ICE Gasöl, das Vorprodukt von Heizöl und Diesel, handelt bei 1.407,50 US-Dollar je Tonne, ein Plus von über drei Prozent gegenüber dem Freitagsschluss.

Am Wochenende eskalierte die Lage rhetorisch. Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social, die USA würden die iranischen Energieanlagen zerstören, sollte Teheran die Straße von Hormus nicht binnen 48 Stunden vollständig freigeben. Teheran antwortete über die Revolutionsgarden mit einer Gegendrohung. Bei einem Angriff auf iranische Anlagen würden Energieinfrastrukturen mit Verbindung zu den USA in der gesamten Golfregion zum Ziel.

Irans Außenminister Abbas Araghchi versuchte parallel zu deeskalieren. Die Meerenge sei offen, der eingebrochene Tankerverkehr liege an den Versicherungsbedenken der Reedereien, nicht an einer iranischen Blockade. Praktisch ist der Unterschied gering: Die Meerenge ist für den kommerziellen Schiffsverkehr seit Wochen weitgehend außer Betrieb.

Der verhaltene Preisanstieg zu Handelsbeginn zeigt, dass der Markt das Ultimatum noch nicht vollständig eingepreist hat. Ein Teil der Händler setzt offenbar darauf, dass Teheran nachgibt. Gleichzeitig widersprachen sich Washingtons Signale am Wochenende deutlich. Noch am Freitag lockerte die US-Regierung vorübergehend Sanktionen auf iranisches Öl, das sich bereits auf Tankern befindet. Zeitgleich stellte Trump das Ultimatum und verlegte weitere Truppen in die Region.

Die Internationale Energieagentur IEA signalisierte heute in Canberra weitere Bereitschaft zur Reservefreigabe. IEA-Chef Fatih Birol erklärte, man werde bei Bedarf erneut Mengen aus den strategischen Vorräten bereitstellen, knüpfte das aber nicht an einen automatischen Preisschwellenwert. Seine Kernaussage war klar: Strategische Reserven können kurzfristig Druck aus dem Markt nehmen. Das Versorgungsproblem selbst lösen sie nicht.

Die Teuerung zu Wochenbeginn schiebt die Heizölpreise in Deutschland auf einen landesweiten Durchschnitt von 1,49 Euro je Liter. Der kurzfristige Rücksetzer vom Freitag ist bereits wieder aufgebraucht. Die Vorgaben an den Börsen zeigen klar nach oben, was sich auch im weiteren Tagesverlauf auf die Heizölpreise übertragen dürfte.

Österreich bewegt sich mit 1,75 Euro je Liter im oberen Bereich der bisherigen Märzspanne. Heizöl in der Schweiz zieht auf knapp 1,53 Franken je Liter. Im gesamten DACH-Raum gilt: Die Preise reagieren schnell und stark auf neue Entwicklungen. Die Beobachtungsquote ist zwar hoch, die Bestellaktivität bleibt jedoch gering.

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