Ölpreis: Hormus-Krimi geht in die Verlängerung

20.04.26 • 11:06 Uhr • HeizOel24 News • Oliver Klapschus

Auf, zu – Status Quo. Nach einem turbulenten Wochenende mit sich überschlagenden Meldungen zur Straße von Hormus zeigen sich die Öl- und Heizölpreise am Montagmorgen zurück auf dem Niveau von Freitagmittag. Für Heizölkunden in der DACH-Region bleibt der kurzzeitig erhoffte Preisrutsch aus. Die Erfolgsmeldung wurde abgeräumt, ehe sich die Wirkung im Inland durchsetzen konnte. Positiv bleibt festzuhalten, dass der Markt funktioniert und die Heizölpreise schnell abstürzen können, sobald der Irankonflikt beigelegt ist.

Der Ölmarkt schaut weiterhin auf die Lage am Persischen Golf. Auf den drastischen Kurseinbruch vom Freitagnachmittag folge bereits am Samstag die meldungstechnische Kehrtwende, ehe sich die um rund zehn Prozent abgesackten Ölpreise auf dem Inlandsmarkt durchsetzen konnten. Rohöl (Brent Crude) zur Lieferung im Juni sackte am Freitag von 99 Dollar am Morgen auf kurzfristig unter 87 Dollar je Barrel ab, ehe die Notierungen im Bereich von 91 Dollar je Barrel aus dem Handel gingen. Am Montagmorgen hat sich der Rohölpreis bei rund 96 Dollar je Barrel eingependelt. Beim für den Heizöl- und Dieselpreis ausschlaggebenden Gasöl war die Volatilität sogar noch größer. Von 1.200 Dollar am Morgen stürzte der Futures-Preis für eine Tonne Gasöl zu Lieferung im Mai kurzfristig auf 990 Dollar. Am Montagvormittag sind die Notierungen zurück bei 1.100 Dollar je Tonne, was in etwa den Stand von Freitagmittag widerspiegelt, ehe die iranische Meldung der Öffnung der Straße von Hormus für den Schiffsverkehr die Runde macht. Entsprechend wenig verändert zeigen sich die Heizölpreise am Montag und auch an den Tankstellen wir der große Preisrutsch bei Benzin und Diesel ausbleiben. Der für Anfang Mai angekündigte Tankrabatt der deutschen Bundesregierung bleibt also ein Thema und wurde nicht von der Marktentwicklung überholt.

Fußballfans dürften sich in Sachen verfrühter Freude an den VAR erinnert fühlen, der gerne mal ein Tor einkassiert, das den Spielverlauf gedreht hätte. Aber es geht weiter und die Meldung vom Freitag hat zumindest gezeigt, wie schnell und wie weit es mit den Ölpreisen nach unten geht, sobald ein zählbarer Erfolg auf der Uhr steht. Positiv ausgedrückt heißt das: Mit dem Ende der Heizperiode können Heizölkunden bei der Bevorratung auf Zeit spielen und bis zum Ende des Sommers auf fallende Preise spekulieren. Sobald sich eine günstige Gelegenheit bietet, sollte die Chance zum Füllen der Tanks allerdings genutzt werden. Die Meldungslage bleibt äußert dynamisch und mit dem iranischen Mullah-Regime und US-Präsident Trump stehen sich zwei Kontrahenten gegenüber, die für schnelle Kurswechsel bekannt sind.

Apropos Kurswechsel und kurze Zeitfenster: Mehrere Kreuzfahrtschiffe, darunter die Mein Schiff 4 und 5 der Hamburger TUI-Rederei und die MSC Euribia, die seit Ende Februar im Persischen Golf festsaßen, haben sich am Samstag ohne Passagiere erfolgreich über die Straße von Hormus abgesetzt und können den Sommerbetrieb in Europa ab Mitte Mai aufnehmen. Tankern und Frachtschiffen blieb die Passage aufgrund der Kurzfristigkeit zumeist versperrt.

Heizölkunden sollten die Ölpreise weiterhin engmaschig im Blick behalten und ihre Kaufentscheidung rational abwägen. Seit dem Preisschock Anfang April mit einem Durchschnittspreis von 1,57 Euro je Liter Heizöl in Deutschland. 1,92 Euro in Österreich und1,64 Franken in der Schweiz sind die Notierungen bereits deutlich um rund 20 Cent bzw. 40 Rappen gefallen und die Chancen stehen nicht schlecht, dass sich dieser Trend fortsetzt. Die große Unsicherheit schwindet aus den Märkten und die Börsen gehen zur Normalität über. Marktverwerfungen und regionale Preisunterschiede glätten sich. Unter dem Strich ist es Zeit für vorsichtigen Optimismus.

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