Heizölpreise fallen auf Märzniveau

21.05.26 • 11:56 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise haben gestern trotz knapper Versorgungslage nachgegeben, weil die Stimmung an den Terminmärkten alle Fundamentaldaten überlagerte. In den Donnerstag startete Brent rund vier Prozent leichter als zum gestrigen Handelsstart. Bereits gestern deuteten sich auch Preisabschläge beim Heizöl an, die sich heute fortsetzen. Damit kostet der flüssige Brennstoff in Deutschland aktuell so wenig wie zuletzt Anfang März.

Die Nordseesorte Brent kostete gestern rund 110 US-Dollar und verlor im Nachmittagshandel zügig an Boden. Bis zum frühen Abend waren die Notierungen auf knapp unter 105 US-Dollar gefallen. Auffällig war der gestrige Tag, weil der Preisrückgang gegen die verfügbaren Fakten lief. Die US-Lagerdaten des Department of Energy (DOE) zeigten erneut, dass das Angebot knapp bleibt. Saudi-Arabiens Ölausfuhren lagen im März so niedrig wie noch nie. Beides deutete eigentlich auf steigende Preise hin. An den Terminbörsen in London und New York setzte sich die Gegenbewegung trotzdem durch, fast alle Kontrakte gaben unter ihre kurzfristigen Haltemarken nach.

Das strukturelle Problem dahinter hat sich nicht verändert. Durch die Straße von Hormus fließen weiterhin nur rund fünf Prozent des normalen Ölvolumens. Die weltweiten Lagerbestände sinken laut Goldman Sachs im Mai in einem Tempo, das die Monate seit Kriegsbeginn deutlich übertrifft. IEA-Chef Fatih Birol machte aber klar, dass auch ein rasches Kriegsende den Markt nicht sofort entspannen würde. Bis Oktober sei eine Unterversorgung kaum zu vermeiden.

Dabei sind Fortschritte in den Friedensbemühungen der USA und dem Iran nicht mal in Sichtweite. Zwar hatte Trump seinen angeblich für Dienstag geplanten Militärschlag abgesagt, betonte aber gleichzeitig, die USA seien jederzeit bereit zuzuschlagen. Vizepräsident Vance sprach von deutlichen Fortschritten in den Gesprächen. In Teheran klingt das anders. Irans Außenministeriumssprecher Baghaei wies amerikanische Forderungen zurück und stellte klar, dass Iran sein Atomprogramm nicht zur Disposition stellt. Irans stellvertretender Außenminister Gharibabadi legte die bekannte Verhandlungsposition offen: Recht auf Urananreicherung, Ende der Seeblockade, Freigabe eingefrorener Vermögenswerte, Abschaffung der Sanktionen. Iranische Analysten beschreiben die aktuelle Phase als einen Kampf, bei dem Teheran unter Druck keine Zugeständnisse machen will, weil das als Einladung für weitere Drohungen verstanden würde. Dass Iran inzwischen eine eigene Behörde eingesetzt hat, die jede Durchfahrt durch Hormus genehmigungspflichtig macht, passt in dieses Bild.

Trotz oder weil die Lage am Persischen Golf so festgefahren ist, reagieren die Öl- und Heizölpreise entspannter. Eine gewisse Sättigung ist eingetreten, bei der Impulse stärker abgewägt werden. In Deutschland kostet Heizöl heute 1,24 Euro je Liter. Die durch Gewinnmitnahmen begünstigte Abwärtsbewegung an den Börsen, hat sich noch am Abend in den Heizölpreisen niedergeschlagen. Und auch in der ersten Tageshälfte geht es im Chart weiter abwärts. Der Blick auf die letzten drei Monate zeigt: Heizöl war zuletzt Anfang März so günstig. Das schürt die Hoffnung, dass es weiter abwärts geht.

In Österreich haben sich die Heizölpreise in den vergangenen Tagen nun wieder seitlich eingepegelt. Dort bewegt sich der flüssige Brennstoff in einem Korridor zwischen 1,55 und 1,57 Euro pro Liter. In der Schweiz kann Heizöl im Vergleich zu gestern rund vier Rappen je Liter abwerfen und sich auf ein kantonweites Mittel von etwa 1,22 Rappen je Liter einfinden.

HeizOel24-Tipp: Wer in der aktuellen Situation Heizöl kaufen muss, braucht eine klare Vorstellung davon, zu welchem Preis er spätestens handeln will. Der Preisalarm von HeizOel24 hilft dabei: Einfach den eigenen Zielpreis eintragen und sich benachrichtigen lassen, sobald Heizöl in der Region diesen Wert erreicht. HeizOel24

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