US-Angriffe sorgen für Preisschlenker bei Öl

28.05.26 • 12:10 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise drehen nach dem gestrigen Rückgang wieder nach oben. Auslöser sind neue Angriffe im Iran, die die zuvor aufgekommene Hoffnung auf eine Einigung zwischen Washington und Teheran schnell wieder vom Tisch gefegt haben. Entsprechend reagieren auch die Heizölpreise im Inland und legen erstmal leicht zu.

Der gestrige Handel lief zunächst in die andere Richtung. Im Markt setzte sich mehr und mehr die Erwartung durch, dass sich rund um die Straße von Hormus nun endlich etwas bewegt. Berichte über mögliche Fortschritte in den Gesprächen machten die Runde, ebenso Überlegungen, den Tankerverkehr zumindest teilweise wieder hochzufahren. Der Optimismus brachte genug Gewicht mit, um die Preise nach unten zu drücken. Vor allem Gasöl gab spürbar nach und zog die Inlandspreise bereits mit.

Im Laufe des Tages wurde dann konkreter, worüber die USA und der Iran überhaupt sprechen. Im Raum steht ein erster Schritt, bei dem der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wieder erleichtert und eingefrorene iranische Gelder zumindest teilweise freigegeben werden. Die großen Konfliktpunkte bleiben aber unangetastet.

Trotzdem hat die Aussicht auf genau diesen halben Deal gereicht, um die Preise enorm nach unten zu ziehen. Der Markt greift inzwischen dankbar nach jedem Hinweis, der auf Entspannung hindeutet.

In der Nacht kam dann der Wendepunkt. Die USA griffen erneut Ziele im Iran an, unter anderem im Raum Bandar Abbas. Gleichzeitig wurden weitere Sanktionen verhängt, die sich direkt auf den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus beziehen.

Inzwischen haben sich zwei Parallelstränge herauskristallisiert, die die Ölpreise wie beim Gummitwist hin und her hopsen lassen. Zum einen gibt es die fortlaufenden Friedensverhandlungen, an denen man offenbar weiter festhalten möchte. Andererseits setzt sich die Angriffswelle am Persischen Golf fort, um die eigene Stärke zu unterstreichen und den Druck auf die Gegenseite aufrechtzuerhalten. Für Händler heißt das, ständig neu zu bewerten, was gerade schwerer wiegt.

Am Morgen überwiegt wieder die zweite Seite. Brent notiert bei rund 96,94 US-Dollar pro Barrel, WTI bei 91,15 US-Dollar. Gasöl liegt bei etwa 1.048,75 US-Dollar pro Tonne.

Die jüngsten Bestandsdaten des American Petroleum Institute (API) stützten zudem leicht. Der Interessenverband meldete, dass die US-Rohölbestände erneut gesunken sind, allerdings weniger stark als erwartet. Gleichzeitig gab es bei den Destillaten leichte Aufbauten. Die offiziellen Daten des Department of Energy folgen heute. Aufgrund des US-Feiertags am Montag werden die Veröffentlichungen um einen Tag verschoben.

Ganz so geradlinig nach unten wie in den letzten Tagen geht es heute im Inland nicht weiter. Die Vorgaben von den Börsen pausieren den Preisrückgang der letzten Tage am Vormittag erstmal. Dennoch bleibt Heizöl in Deutschland unter der Marke von 1,20 Euro je Liter. Gestern konnten sich die Heizölpreise im bundesweiten Mittel bereits auf 1,16 Euro herunterkämpfen, ziehen am Morgen um durchschnittlich zwei Cent nach oben und kommen am Mittag schon wieder ein Stück zurück. Aktuell kostet der Liter Standard Heizöl knapp 1,18 Euro.

Von diesem Preis-Schluckauf ist in Österreich und der Schweiz nichts zu sehen. Heizöl bleibt stabil beim Vortagsniveau und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Das Warten-Lager überwiegt weiterhin und viele Verbraucher spekulieren noch auf weitere Preisabschläge.

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