Vergeltungsschläge verpuffen nur noch am Ölmarkt

10.06.26 • 11:05 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

ach dem Rücksetzer am Dienstag bleibt der Ölmarkt am Mittwoch ohne klare Richtung. Neue Angriffe zwischen den USA und dem Iran sorgen zwar für Schlagzeilen, reichen aber nicht aus, um die Preise wieder nachhaltig nach oben zu treiben. Im Gleichschritt mit den Ölpreisen gehen auch die Heizölpreise. Verbraucher zahlen heute durchschnittlich einen Cent bzw. Rappen weniger.

Die Ölpreise haben im gestrigen Handel deutlich nachgegeben und dabei auch wichtige Unterstützungen nach unten durchbrochen. Die Nordseesorte Brent rutschte zeitweise bis an die Marke von 90 US-Dollar heran. Auch die Gasölpreise verloren spürbar an Boden und markierte neue Tiefs.

Am Abend kam es dann noch einmal zu einer Gegenbewegung, ausgelöst durch neue Angriffe zwischen den USA und dem Iran. Das reichte aber nicht, um die Ölbullen aus ihrer Meldungs-Trägheit zu holen.

Auslöser war der Abschuss eines US-Militärhubschraubers nahe der Straße von Hormus. Washington machte den Iran verantwortlich und reagierte mit Angriffen auf militärische Ziele, darunter Luftabwehrstellungen und Radaranlagen. Im Gegenzug griff der Iran mehrere US-Stützpunkte in der Region an, unter anderem in Bahrain, Kuwait und Jordanien. Ein Großteil der Angriffe wurde aber abgefangen.

Am Ölmarkt bleibt die Reaktion darauf verhalten. Inzwischen wird sehr genau unterschieden, welche Art von Angriff vorliegt und wie weit dieser tatsächlich als Eskalation eingestuftt werden kann. Der jüngste Schlagabtausch fiel daher in die Kategorie „erwartbare Vergeltung“ und genau so wird er auch behandelt.

Mittlerweile dauert der Iran-Krieg 102 Tage und das in Aussicht gestellte Ende wirkt wie ein Dauerschleifen-Modus ohne klaren Ausstieg. Was ursprünglich als schneller Schlag gegen Teheran gedacht war, hat sich in eine zähe Auseinandersetzung verwandelt. Fazit: die USA und Israel haben den Iran unterschätzt, der sich deutlich widerstandsfähiger zeigt als angenommen. Die Führung in Teheran bleibt auf Kurs und nutzt die Straße von Hormus weiterhin als Druckmittel.

Auch fundamental bleibt der Markt unter Spannung. In den USA sind die Rohölbestände laut API zuletzt deutlich gefallen, was darauf hindeutet, dass mehr Öl aus dem Markt gezogen wird als nachkommt. Gleichzeitig hat die EU ein weiteres Sanktionspaket gegen Russland auf den Weg gebracht, das unter anderem den Energiehandel weiter einschränken soll. Zusammen mit den ohnehin gestörten Lieferketten rund um die Straße von Hormus sorgt das dafür, dass das verfügbare Angebot enger bleibt, als es die aktuellen Preise vermuten lassen.

Dennoch geht es bei den Inlandspreisen am Vormittag nach unten, und dürften sich im weiteren Tageslauf konstant halten. In Deutschland zahlen Verbraucher für den Liter Heizöl durchschnittlich 1,18 Euro, das ist etwa so viel wie im gestrigen Tagesmittel. Der Juni-Schnitt liegt aktuell bei 1,20 Euro pro Liter. Damit formt sich seit April eine abwärtsgerichtete Preis-Treppe, wenn man auf den Chart blickt. Der April lag unterm Strich bei 1,38 Euro, der Mai bei 1,25 Euro. Das gibt zumindest Hoffnung, dass der Peak hinter uns liegt. Die angestaute Nachfrage sollte in diesem Jahr bereits vor der nächsten Heizperiode im Frühherbst starten, da viele Tanks nachgefüllt werden müssen.

In Österreich kostet ein Liter des flüssigen Brennstoffs derzeit 1,43 Euro und fällt damit unter den Monatsdurchschnitt von 1,44 Euro. Gut 30 Prozent trennen den heutigen Preis von dem vor dem Krieg. Im Februar lag der Schnitt noch bei 1,09 Euro. Heizöl in der Schweiz kostet 1,17 Franken, kämpft sich damit ebenfalls einen Rappen nach unten. Das Juni-Mittel liegt mit 1,20 Franken darüber, sodass durchaus noch Luft nach unten ist. Wie in den Nachbarländern ist die Preisspitze aus April abgearbeitet.

Insgesamt bleibt die Abwärtsbewegung seit April intakt. Auch mit den Auf und Abs geht es kontinuierlich runter mit dem Preis. Jetzt stellt sich nur die Frage, wann zugeschlagen wird, um rechtzeitig bevorratet zu sein. Am Ende gibt der Blick in den eigenen Tank die Richtung vor.

HeizOel24-Tipp: Die Abwärtsbewegung bei den Heizölpreisen lässt nun wieder mehr Spekulationsraum zu. Hier lohnt sich, ein Preisalarm zu setzen. Sie legen den Preis fest, zu dem Sie kaufen möchten, und werden automatisch informiert, sobald Ihr Wunschwert erreicht wird. HeizOel24

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