Hormus auf, Hormus zu – Ölpreise pendeln hin und her

22.06.26 • 12:08 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Ein turbulentes Wochenende mit neuen Drohungen und einer erneuten Sperrung der Straße von Hormus endete überraschend am Verhandlungstisch. Seit Sonntag sitzen die USA und der Iran im schweizerischen Bürgenstock zusammen. Die ersten Signale sind positiv, was die Ölpreise zum Wochenstart nach unten drückt. Heizöl hält sich etwas fester und startet mit Aufschlägen von rund 0,6 Cent je Liter.

Der Freitag hatte noch im Zeichen des Libanons gestanden. Während die USA und der Iran ein Memorandum of Understanding unterschrieben, hielten die gegenseitigen Angriffe der Hisbollah und Israel an, was die Nordseesorte Brent wieder auf über 80 US-Dollar trieb. Die Meldung über eine neue Waffenruhe nahmen die Börsen am Freitag mit Vorsicht hin – zu Recht, wie sich herausstellte. Als Teheran bekanntgab, die Meerenge so lange zu sperren, bis Israel die Kämpfe im Libanon einstellt, schien wieder alles auf Anfang gesetzt. Auf den Schifffahrtsrouten war tatsächlich deutlich weniger los als noch in der Woche zuvor. Trump ließ bei Fox News und auf Truth Social keinen Zweifel daran, was er von solchen Schritten hält. Seine Botschaft an Teheran war unmissverständlich. Araghchi, Irans Außenminister und Chefunterhändler, riet Washington, die eigenen Worte sorgfältiger zu wählen.

Trotz der aufgeheizten Stimmung reisten am Sonntag beide Delegationen in die Schweiz. Der erste Tag verlief nach Angaben der Vermittler Katar und Pakistan besser als erwartet. Beide Seiten legten fest, wie die Verhandlungen strukturiert werden sollen. Für Atomprogramm und Sanktionen werden jeweils eigene Verhandlungsstränge eingerichtet. Außerdem einigte man sich darauf, einen direkten Draht zwischen beiden Delegationen zu etablieren, damit Spannungen rund um die Meerenge künftig nicht mehr automatisch in eine Krise münden. Die Gespräche gehen diese Woche weiter, das Ziel bleibt ein finales Abkommen innerhalb von 60 Tagen.

Araghchi zog auf X eine positive Bilanz des ersten Tags. Die Lage im Libanon habe sich bewegt, eingefrorene Guthaben kämen schrittweise frei und ein Wiederaufbauprogramm für den Iran sei auf den Weg gebracht worden.

In Katars Energiezentrum Ras Laffan, dem weltweit größten Umschlagplatz für Flüssiggas, ereignete sich am Sonntag eine schwere Explosion beim Neustart einer Produktionsanlage, die während des Krieges beschädigt worden war. Mehrere Dutzend Menschen wurden verletzt, ein Teil wird noch vermisst. Zusätzlich gehen Analysten davon aus, dass ein Teil der chinesischen Kraftstoffnachfrage dauerhaft weggebrochen ist, weil der Krieg den Wechsel zu anderen Antriebsformen beschleunigt hat.

Die Nordseesorte Brent notiert am Montagmittag bei 79,32 US-Dollar je Barrel, die amerikanische Ölsorte WTI bei 77,00 US-Dollar. Gasoil, der für den europäischen Heizölmarkt entscheidende Terminkontrakt an der Londoner Warenbörse ICE, handelt bei 899,00 US-Dollar je Tonne.

Die Heizölpreise ziehen zum Wochenauftakt leicht an, kommen am Mittag aber wieder zurück zu ihren Freitagniveaus. Der flüssige Brennstoff kostet bundesweit durchschnittlich 1,11 Euro je Liter. Für viele Verbraucher bleibt das Niveau moderat und sichtbar unter den nervösen Hochständen der vergangenen Monate.

Auch in Österreich hält die weiche Tendenz an. Dort kostet Heizöl im Schnitt knapp 1,31 Euro je Liter. In der Schweiz können die Preise nach dem Aufwärtsschlenker zum Wochenende wieder etwas zurückkommen und liegen aktuell im Schnitt bei unter 1,10 Schweizer Franken.

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