
Heizölpreise uneinheitlich nach Ölpreisrutsch
28.07.26 • 12:00 Uhr • HeizOel24 News • Olivia Neven
An den Ölbörsen hat sich die Lage nach dem Rutsch zum Wochenstart vorerst beruhigt, bei den Heizölpreisen ergibt sich daraus ein gemischtes Bild. In Deutschland wird Heizöl teurer, in Österreich und der Schweiz geben die Preise nach. Treiber des hiesigen Aufschlags ist das Heizölvorprodukt Gasoil, das sich schon gestern deutlich widerstandsfähiger zeigte als Rohöl und dessen Erholung erst mit Verzögerung im Inland ankommt.
Am Montag klafften Rohöl und Heizölvorprodukt bereits spürbar auseinander. Während Brent erstmals seit Tagen wieder unterhalb der 90-Dollar-Marke aus dem Handel ging und WTI deutlich unter 85 US-Dollar schloss, beendete Gasoil den Tag mit 1.233,00 US-Dollar je Tonne fast unverändert. Am Nachmittag hatte das an der Londoner Terminbörse ICE gehandelte Vorprodukt von Heizöl und Diesel sogar ein neues Tageshoch markiert, nachdem Teheran dementiert hatte, um eine Wiederaufnahme der Gespräche mit Washington gebeten zu haben, und zugleich seinen Anspruch auf die Kontrolle der Straße von Hormus bekräftigte. Auf den Rohölkursen lastete dagegen zusätzlich die Nachricht, dass die Verladungen am kasachischen Exportterminal CPC im Schwarzen Meer nach rund einwöchiger Unterbrechung wieder angelaufen sind.
Im Laufe des Vormittags beruhigt sich das Geschehen. Brent und WTI kommen von ihren ersten Tagestiefs zurück, notieren mit 86,04 beziehungsweise 80,80 US-Dollar je Barrel aber weiter unter den Schlusskursen vom Montag. Gasoil hat seine anfänglichen Abschläge dagegen bereits nahezu aufgeholt und ist mit 1.230,75 US-Dollar je Tonne fast an sein Vortagssettlement zurückgekehrt. Der Euro steht bei 1,14 US-Dollar. Weil sich der Heizölpreis hierzulande am Vorprodukt orientiert und nicht direkt am Rohöl, schlägt diese relative Stärke heute auf die Inlandspreise durch.
Für Bewegung sorgt einmal mehr Donald Trump. Der US-Präsident gab an Bord der Air Force One an, Washington und Teheran führten derzeit Gespräche über ein Ende des Konflikts. „Es besteht eine gute Chance, dass etwas passiert", so Trump, der zugleich drohte, die Militärschläge wieder aufzunehmen, sollte kein Abkommen zustande kommen. Der Iran widersprach umgehend. Außenamtssprecher Esmail Baghaei erklärte, es fänden keine formellen Verhandlungen statt, allenfalls würden Vermittler Botschaften übermitteln. Skepsis ist auch deshalb angebracht, weil Trump im Verlauf des Krieges schon mehrfach von laufenden Gesprächen berichtet hatte, ohne dass eine Entspannung folgte. Heute wird zudem Israels Premierminister Benjamin Netanjahu in Washington erwartet.
Gefahr für das Ölangebot droht derweil weiter von der Arabischen Halbinsel. Die Huthi-Miliz will mehrere Anlagen der saudischen Ölinfrastruktur attackiert haben, darunter die wichtige Pipeline, über die das Königreich sein Rohöl von den Feldern im Osten an den Exporthafen Yanbu am Roten Meer pumpt. Dessen Ausfuhren sollen infolge der bisherigen Angriffe bereits um ein Viertel gesunken sein. Saudi-Arabien meldete zudem, mehrere Drohnen abgefangen zu haben, die vom Irak aus auf Ölanlagen in der Ostprovinz und auf die Hauptstadt Riad zielten. Verteidigungsministeriumssprecher Turki al-Maliki behielt sich eine Reaktion zu gegebener Zeit ausdrücklich vor. Analyst Scott Shelton von der TP ICAP Group hält den Nahostkonflikt ohnehin nicht für gelöst, solange Belege fehlen, dass wieder Öl durch die Straße von Hormus fließt. Manche Tanker versuchen die Passage derzeit offenbar nur noch mit abgeschalteten Transpondern.
Bei den Heizölpreisen im Inland zeigt sich nun die verzögerte Wirkung des zähen Gasoils. In Deutschland kosten 100 Liter bei einer Abnahme von 3.000 Litern im Schnitt 131,61 Euro und damit etwas mehr als am Vortag. Am günstigsten bestellen derzeit Kunden in Stuttgart und München mit rund 124 bis 125 Euro, am oberen Ende liegen Hannover und Hamburg mit gut 138 bis 140 Euro. In der Schweiz gibt der Durchschnittspreis von seinem jüngsten Hoch auf 143 Franken nach, und auch Österreich wird mit 160,50 Euro minimal günstiger. Rein rechnerisch deutet sich hierzulande im Tagesverlauf weiteres Aufwärtspotenzial von 1,35 bis 2,35 Euro je 100 Liter an.
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HeizOel24
| Börsendaten | Dienstag 28.07.2026 12:00 Uhr | Schluss Vortag 27.07.2026 | Veränderung zum Vortag |
|---|---|---|---|
Rohöl Brent Crude | 85,88
$
pro Barrel | 87,75
$
pro Barrel | -2,13% |
Gasöl | 1.234,75
$
pro Tonne | 1.205,00
$
pro Tonne | +2,47% |
Euro/Dollar | 1,1356
$
| 1,1369
$
| -0,11% (konstant) |
USD/CHF | 0,8202
CHF
| 0,8178
CHF
| +0,29% (etwas fester) |
| Heizölpreis | Dienstag 28.07.2026 12:00 Uhr | Schluss Vortag 27.07.2026 | Veränderung zum Vortag |
|---|---|---|---|
Deutschland | 131,74 € | 130,41 € | +1,02% |
Österreich | 160,54 € | 159,28 € | +0,79% |
Schweiz | 143,69 CHF | 143,76 CHF | -0,05% |
| Ø 100l Preis bei 3.000l | |||
| 4-Wochen Prognose | |||
|---|---|---|---|
| Rohöl | steigend | ||
| Heizöl | steigend | ||
| alle Angaben ohne Gewähr | |||
