Heizölpreise klettern auf 3,5-Monatshoch

12.08.26 • 11:38 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise halten sich am Mittwoch auf erhöhtem Niveau, zeigen aber weitaus weniger Dynamik als gestern. Der Iran hat offiziell bestätigt, dass die Straße von Hormus vorerst geschlossen bleibt, und neue Angriffe auf Schiffe halten die Nervosität grundsätzlich hoch. Eine Annäherung zwischen Washington und Teheran bleibt auch weiter aus, vielmehr verhärten sich die Fronten. Im Inland ziehen die Heizölpreise weiter nordwärts. Im Durchschnitt sind es am Vormittag gut ein Cent bzw. Rappen je Liter mehr als gestern.

An den Börsen läuft die Bewegung heute auseinander. Brent, das Nordseeöl, notiert bei 89,48 US-Dollar je Barrel und bewegt sich kaum, bleibt aber nahe der Marke von 90 US-Dollar. Die US-Sorte WTI legt leicht auf 83,76 US-Dollar zu. Der Gasölkontrakt an der Londoner Warenterminbörse ICE gibt dagegen deutlich nach und steht bei 1.328,00 US-Dollar je Tonne. Nach dem kräftigen Anstieg der Vortage, der Gasöl auf den höchsten Stand seit Ende April getrieben hatte, kam es gestern zu Gewinnmitnahmen. Insgesamt bleibt die Stimmung an den Börsen weiterhin bullish.

Denn am Persischen Golf bleiben die Fronten verhärtet. Der oberste Sicherheitsberater des Iran, Rezaei, stellte im Staatsfernsehen klar, dass die Meerenge erst dann wieder für die Schifffahrt freigegeben wird, wenn Washington von seinem Kurs abrückt und Teherans Forderungen nachkommt. Ein eigener Deal nur für Hormus ist für ihn damit vom Tisch, die Öffnung hängt für den Iran am Ende des gesamten Konflikts. US-Präsident Donald Trump nimmt dagegen für sich in Anspruch, die Wasserstraße vollständig zu kontrollieren. Aus Pakistan kam als Vermittler die Nachricht, eine Vereinbarung rücke näher, doch an den Börsen werden solcher Meldungen kaum noch Beachtung geschenkt. Zu häufig stand eine Lösung schon kurz bevor, und dann wendete sich das Blatt wieder.

Auf See reißen die Zwischenfälle nicht ab. Im Golf von Oman griff die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz aus dem Jemen ein Frachtschiff an, mehrere Menschen kamen ums Leben. Kurz darauf feuerte ein US-Hubschrauber zwei Raketen auf einen Tanker, der die amerikanische Seeblockade iranischer Häfen durchbrechen wollte. Die britische Behörde für die Sicherheit der Schifffahrt UKMTO meldete anhaltende Angriffe in der Meerenge und einen weiterhin nur eingeschränkten Schiffsverkehr.

Die US-Energiebehörde EIA senkte in ihrem Monatsbericht die Angebotsprognose für dieses Jahr deutlich und rechnet nun wieder mit einem Defizit. Analysten sehen die Risiken für die Ölpreise klar nach oben gerichtet und halten bei weiter sinkenden Lagerbeständen sogar einen Anstieg von Brent in Richtung 100 US-Dollar für möglich.

Der bundesweite Schnitt für Heizöl liegt bei rund 1,35 Euro je Liter und damit etwa ein Cent über dem Vortag. Mit der jüngsten Aufwärtsbewegung markieren die Heizölpreise heute ein neues Dreieinhalb-Monats-Hoch. Betrachtet auf dem Zeitraum von März bis heute liegt der aktuelle Preis noch etwa 14 Prozent unter dem Höchststand im April und ca. 23 Prozent über dem Juni-Tief.

In Österreich zieht der Liter weiter an und liegt bei rund 1,61 Euro. Mit der Teuerung sind die Heizölpreise dort im preislichen Mittelfeld seit Kriegsbeginn angekommen. In der Schweiz hält sich der Preis bei etwa 1,44 Franken je Liter. Das ist marginal weniger als gestern.

Die Nachfrage bleibt im Vergleich zum August des Vorjahres weit zurück. Üblicherweise zieht im letzten Sommermonat die Bevorratung für die nächste Heizsaison langsam an. Mit dem Ende der Urlaubszeit rückt das Heizen dann wieder stärker in den Vordergrund. In diesem Jahr wird das so weit nach hinten geschoben wie möglich, in der Hoffnung, dass die Preise noch deutlich nachgeben.

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