
Heizölpreise stoppen ihren Höhenflug
20.08.26 • 09:26 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel
Der Gasölpreis stoppt vorerst die Aufwärtsbewegung der vergangenen Tage, während sich die Rohölnotierungen kaum bewegen. Für Entlastung sorgen Berichte über einen von den USA gesicherten Schiffskorridor durch die Straße von Hormus sowie volle saudische Liefermengen für europäische Raffinerien. Zugleich verschärft Washington den wirtschaftlichen Druck auf Teheran und droht jedem Land mit Konsequenzen, das dem Iran hilft. Die Heizölpreise im Inland können am Morgen durchschnittlich einen Cent bzw. Rappen je Liter nachgeben.
An den Börsen bewegen sich die Rohölkontrakte am Donnerstagvormittag kaum. Brent, das Nordseeöl, notiert bei 91,96 US-Dollar je Barrel. Die US-Sorte WTI liegt unverändert bei 86,00 US-Dollar. Die Gasölpreise geben ab und kommen auf 1.286,25 US-Dollar je Tonne. Damit liegen sie deutlich unter dem Stand vom Mittwochmorgen. Der Euro klettert auf knapp 1,17 US-Dollar und verbilligt die in US-Dollar gehandelte Ware für europäische Abnehmer zusätzlich.
Für die Entlastung beim Gasöl sorgt vor allem eine Meldung des Nachrichtenportals Axios. Danach betreibt das US-Militär seit Wochen einen gesicherten Korridor durch die südliche Fahrrinne der Meerenge entlang der Küste des Oman. Jede Nacht passierten dort 15 bis 20 Tanker, insgesamt rund zehn Millionen Barrel Öl pro Tag und damit etwa die Hälfte des Vorkriegsvolumens. Ein US-Vertreter erklärte, Washington kontrolliere diese Fahrrinne seit zwei Monaten. Die Zahlen des Analysehauses Kpler zeigen allerdings, dass dort am Mittwoch neun Frachter gezählt wurden, genauso viele wie am Vortag. Ein Teil der Differenz dürfte darauf zurückgehen, dass viele Schiffe ihre Transponder abschalten.
Auch aus Saudi-Arabien kommen Signale einer besseren Versorgung. Mindestens drei europäische Raffinerien erhalten im September ihre vollständig bestellten Rohölmengen von Saudi Aramco, nachdem zuvor immer wieder Lieferungen ausgefallen waren. Zwei davon können am ägyptischen Mittelmeerhafen Sidi Kerir laden, was das Rote Meer umgeht, wo die Huthi-Miliz Angriffe auf saudische Ölexporte angekündigt hatte. Das Königreich hat seine Verladungen am Persischen Golf zudem wieder aufgenommen.
Politisch verschärft sich der Ton unterdessen weiter. US-Präsident Donald Trump kündigte auf seiner Plattform Truth Social die umfassendste Wirtschaftsoperation an, die je gegen ein Land ergriffen worden sei. Jedes Land, das dem Iran über Finanzinstitute, Unternehmen, Flughäfen oder Behörden hilft, müsse mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen rechnen. Genannt werden Ölschmuggel, Geldtransfers, Wechselstuben und Schiffsregister. Welche Maßnahmen konkret geplant sind, ließ er offen. Irans Außenminister Abbas Araghtschi wies die Ankündigung als Ablenkung von der amerikanischen Schuldenlast zurück.
Die Spannungen in der Region beschränken sich nicht auf den Persischen Golf. Israel griff nach syrischen Angaben einen Militärflugplatz im Nordwesten des Landes an, was den Streit mit der Türkei anheizte. Ankara warf Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor den Wahlen im Oktober eine destabilisierende Politik vor. Zugleich verurteilten Großbritannien und die Bundesregierung die Ausschreibung für mehr als 1.200 Wohnungen im umstrittenen Siedlungsgebiet E1 im Westjordanland. Für den Ölmarkt bleibt das vorerst Hintergrundrauschen, es zeigt aber, wie viele Konfliktlinien derzeit offen sind.
In Deutschland fallen die Heizölpreise um knapp einen Cent im bundesweiten Durchschnitt. Im Mittel kostet der flüssige Brennstoff rund 1,32 Euro je Liter. Dahinter stehen drei Entwicklungen. Der Gasölkontrakt kam bereits am Mittwochnachmittag unter Druck, und diese Bewegung schlägt heute auf die Verbraucherpreise durch. Der festere Euro senkt die Einkaufskosten für in US-Dollar gehandelte Ware zusätzlich. Und die Meldungen über den gesicherten Korridor sowie die vollen saudischen Liefermengen dämpfen die Sorge vor einer weiteren Verknappung bei Diesel und Heizöl. Damit rückt der Liter wieder ein Stück von seinem Mehrmonatshoch ab.
In Österreich hält sich der Liter bei 1,63 Euro und bewegt sich damit kaum. Die Schweiz folgt dagegen der deutschen Richtung, dort sinkt der Preis auf 1,40 Franken je Liter und liegt damit rund zwei Rappen unter dem Vortag.
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| Börsendaten | Donnerstag 20.08.2026 09:26 Uhr | Schluss Vortag 19.08.2026 | Veränderung zum Vortag |
|---|---|---|---|
Rohöl Brent Crude | 92,92
$
pro Barrel | 91,65
$
pro Barrel | +1,39% |
Gasöl | 1.285,50
$
pro Tonne | 1.287,25
$
pro Tonne | -0,14% |
Euro/Dollar | 1,168
$
| 1,1676
$
| +0,03% (konstant) |
USD/CHF | 0,7996
CHF
| 0,7974
CHF
| +0,28% (etwas fester) |
| Heizölpreis | Donnerstag 20.08.2026 09:26 Uhr | Schluss Vortag 19.08.2026 | Veränderung zum Vortag |
|---|---|---|---|
Deutschland | 132,83 € | 133,41 € | -0,44% |
Österreich | 163,22 € | 161,66 € | +0,96% |
Schweiz | 140,38 CHF | 142,08 CHF | -1,19% |
| Ø 100l Preis bei 3.000l | |||
| 4-Wochen Prognose | |||
|---|---|---|---|
| Rohöl | konstant | ||
| Heizöl | konstant | ||
| alle Angaben ohne Gewähr | |||
