Neue US-Angriffe treiben Ölpreise

31.08.26 • 11:57 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise ziehen zum Wochentakt an, nachdem die USA am Wochenende Ziele im Iran angegriffen haben. Teheran hat mit Raketen und Drohnen zurückgeschlagen. Damit rückt die Hoffnung auf eine friedliche Lösung in weite Ferne. Auch die Gasölpreise ziehen deutlich an und nehmen die Heizölpreise mit ins Gepäck. Diese steigen in Deutschland um durchschnittlich vier Cent je Liter an. In Österreich und der Schweiz kann sich der Preis für den flüssigen Brennstoff dagegen halten bzw. sogar etwas nachgeben.

An den Börsen ging es zum Wochenstart nach oben, und im Lauf des Vormittags nahm die Bewegung noch Fahrt auf. Brent, das Nordseeöl, hat die Marke von 90 US-Dollar inzwischen geknackt und notiert bei 91,25 US-Dollar je Barrel. Noch kräftiger zieht die amerikanische Sorte WTI an, die mit 86,40 US-Dollar gut dreieinhalb Prozent über dem Freitagsschluss liegt. Deutlich fester zeigt sich auch Gasöl, jener Kontrakt für Mitteldestillate, aus dem sich der Heizölpreis ableitet. Mit 1.305,00 US-Dollar je Tonne steht hier ein Plus von gut zwei Prozent zu Buche. Der Euro hält sich unverändert bei 1,16 US-Dollar.

Ausgelöst hat die Bewegung eine neue Runde im Konflikt zwischen Washington und Teheran. Am Sonntag griffen US-Streitkräfte iranische Raketenwerfer auf der Insel Larak in der Straße von Hormus an, dem ersten Schlag gegen iranisches Gebiet seit Ende Juli. Das US-Zentralkommando CENTCOM erklärte, man habe Kräfte der Revolutionsgarden gestoppt, die dabei waren, Seeminen in der Meerenge zu verlegen. Der Iran wertete den Angriff als tödliche Aggression und schlug in der Nacht zum Montag zurück. Die Revolutionsgarden, die militärische Eliteeinheit des Landes, feuerten Raketen und Drohnen auf US-Stützpunkte in Jordanien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Jordanien fing nach eigenen Angaben acht Geschosse ab. Die Emirate wehrten eine Drohne über eigenem Hoheitsgebiet ab.

Über das Wochenende passierten nach Schifffahrtsdaten, auf die sich Reuters beruft, nur noch eine Handvoll sichtbarer Frachter pro Tag die Straße von Hormus. Ein Supertanker geriet nach iranischen Angaben in Brand, nachdem er auf zwei Seeminen gelaufen war. Für zusätzliche Aufregung sorgte ein Video, das US-Präsident Donald Trump am Montagmorgen auf seiner Plattform Truth Social teilte. Es zeigt die Zerstörung der Ölverladeinsel Charg, über die der Iran vor dem Krieg fast 90 Prozent seiner Rohölexporte abwickelte. Es handelt sich dabei offensichtlich um ein KI generiertes Video.

In Deutschland schlägt die Börsenbewegung deutlich bei den Inlandspreisen durch. Durchschnittlich vier Cent je Liter springt Heizöl in der ersten Tageshälfte nach oben. Am Mittag kostet der Brennstoff im bundesweiten Mittel 1,37 Euro je Liter. Quer durch die Republik geht es um mehrere Cent nach oben, am kräftigsten in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. Dort sind es im Mittel etwa fünf Cent je Liter. Wer heute 3.000 Liter bestellt, zahlt rund 120 Euro mehr als am Freitag. Das vertraute Süd-Nord-Gefälle bleibt bestehen, mit den günstigsten Notierungen rund um München und Stuttgart und teurem Heizöl an der Küste. Mittlerweile sind es knapp 17 Cent pro Liter Preisunterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Bundesland.

In Österreich liegt der Landesschnitt bei 1,61 Euro je Liter, und tendiert damit leicht nach oben. In der Schweiz kostet der Liter 1,42 Franken. Damit geben die Heizölpreise dort marginal nach.

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