Heizölpreise verschnaufen auf 5-Monatshoch

03.09.26 • 10:51 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise treten heute einen Schritt zurück, nachdem sie drei Tage lang von den Angriffen zwischen den USA und dem Iran nach oben getrieben wurden. Neue US-Angriffe blieben zuletzt aus, und die Notierungen geben ein wenig nach. Ein günstiger Moment wird daraus für Heizölkunden trotzdem nicht, denn der Markt sitzt so hoch wie seit dem Frühjahr nicht mehr. In Deutschland, Österreich und der Schweiz geben die Heizölpreise am Vormittag in weiten Teilen leicht nach und sorgen für ein kurzes Durchatmen.

An den Ölbörsen ging es erstmals seit Wochenbeginn wieder etwas abwärts. Brent, das Nordseeöl, notiert am Morgen bei 95,07 US-Dollar je Barrel, nach einem zwischenzeitlichen Sprung auf fast 97 US-Dollar am Mittwoch, dem höchsten Stand seit einem Monat. Die amerikanische Sorte WTI folgt bei 90,51 US-Dollar. Gasöl, jener Kontrakt für Mitteldestillate, aus dem sich der Heizölpreis ableitet, hält sich bei 1.425,00 US-Dollar je Tonne und damit nahe seinem Mehrmonatshoch.

Nach der schweren Angriffswelle vom Dienstag versicherte US-Präsident Donald Trump, die Sache werde nicht lange dauern, ließ sich weitere Schläge aber offen. Seit Mittwochmittag blieb es an der Front weitgehend ruhig, ehe Kuwait am frühen Donnerstag erneut unter Beschuss geriet. In der Straße von Hormus traf ein iranischer Angriff den saudischen Tanker Sidr, zwei Seeleute kamen ums Leben.

Wie viel Öl derzeit tatsächlich durch die Meerenge kommt, ist umstritten. Am Mittwoch zählten Beobachter nach Schifffahrtsdaten, auf die sich die Nachrichtenagentur Reuters beruft, nur sechs sichtbare Frachter. Washington spricht dagegen von robusten Mengen und Begleitschutz durch die US-Marine. Für den Iran selbst wird die Lage immer bedrohlicher, denn die Landeswährung Rial fiel diese Woche auf ein Rekordtief. Für die Menschen dort bedeutet das steigende Preise für Lebensmittel und Medikamente, während Löhne und Ersparnisse an Wert verlieren, und mit jeder Kriegswoche wächst dieser Druck.

Am Sonntag trifft sich das Förderbündnis OPEC+, das mit seinen Fördermengen den globalen Ölpreis mitsteuert. Nach Einschätzung aus dem Umfeld der Gruppe dürfte es die Mengen für Oktober unverändert lassen, was dem Markt keine wesentliche Richtung geben sollte. Rückenwind kam gestern noch von den offiziellen US-Lagerdaten des Energieministeriums DOE, das sinkende Rohölvorräte meldete, während die Bestände an Destillaten wie Diesel und Heizöl kurz vor der Heizsaison ohnehin so niedrig sind wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Ruhig ist die Lage rund um Israel derweil nicht. Gegen den Iran selbst fliegt Israel seit dem Frühjahr zwar keine direkten Angriffe, dafür ging in der Nacht zum Mittwoch die Front im Südlibanon wieder auf: Die vom Iran unterstützte Hisbollah schickte zwei mit Sprengstoff beladene Drohnen auf israelische Soldaten, Israel antwortete mit Angriffen auf Stellungen der Miliz nahe Nabatija. Für die kommenden jüdischen Feiertage kündigte Verteidigungsminister Israel Katz an, sein Land werde mit großer Wucht reagieren, sollte der Iran angreifen. Rückendeckung gab es aus Washington, wo Trump Israel seinen Schutz zusicherte.

Im Inland haben die Heizölpreise seit Ende August kräftig angezogen. Im deutschen Durchschnitt kostet der Liter inzwischen rund 1,49 Euro, vor knapp einer Woche waren es noch etwa 1,33 Euro. Besonders deutlich fiel der Anstieg am vergangenen Dienstag aus. Innerhalb eines Tages verteuerte sich Heizöl um fast vier Prozent und erreichte damit den zweithöchsten Stand seit Beginn des Iran-Kriegs. Heute fehlt den Preisen dagegen die Kraft für einen weiteren Sprung. In den meisten Bundesländern bewegen sie sich seitwärts oder geben am Vormittag zumindest leicht nach.

Die Nachfrage bleibt trotzdem robust. Viele bestellen, weil der Tank leerer wird und die Heizsaison näher rückt, greifen bei den derzeit hohen Preisen aber eher zu kleineren Mengen als zum üblichen Jahresvorrat. Wer nicht den gesamten Bedarf auf einmal zum aktuellen Preis decken möchte, kann den Tank zunächst nur teilweise füllen und sich damit etwas Spielraum lassen. Fallen die Preise später wieder, lässt sich der Rest günstiger nachordern. Wer vor allem die hohe Einmalbelastung vermeiden möchte, kann je nach Anbieter auch eine Zahlung in monatlichen Raten nutzen.

Wie stark der Krieg inzwischen auf der Heizölrechnung ankommt, zeigt der Vergleich der September-Mittelwerte. Im September 2025 zahlte man in Deutschland durchschnittlich knapp 91 Cent je Liter, im bisherigen September 2026 sind es rund 1,48 Euro und damit gut 60 Prozent mehr. In Österreich liegt das Monatsmittel aktuell bei 1,70 Euro nach 1,10 Euro im September 2025, ein Plus von rund 55 Prozent. In der Schweiz sind es derzeit 1,51 Franken nach 94 Rappen vor einem Jahr, also ebenfalls gut 60 Prozent mehr.

Eingemeißelt ist dieser Abstand allerdings noch nicht. Der September ist noch jung und die Durchschnittspreise können sich im weiteren Monatsverlauf durchaus verschieben. In welche Richtung lässt sich angesichts der derzeit sehr volatilen Lage allerdings kaum verlässlich vorhersagen. Im besten Fall aber wieder nach unten.

HeizOel24-Tipp: Die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen, die eigene Einkaufsstrategie schon. Wer den Tank jetzt nicht komplett füllen möchte, kann die Menge mit dem Ratenkauf von HeizOel24 auf monatliche Beträge verteilen und behält so trotz hoher Preise die Kosten im Griff. HeizOel24.

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