Heizölpreise zeigen leichte Entspannung

18.09.26 • 12:52 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise können auch am Freitag weiter nachgeben und geben ihre Gewinne auf Wochensicht fast vollständig wieder ab. Dennoch bleibt der Markt volatil und anfällig für neue Risiken. Gasöl geht gestärkt ins Wochenende und verharrt auf hohem Niveau. Dennoch verlieren die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz auch heute an Preisgewicht und zeigen sich milder als zur Wochenmitte.

Die Nordseesorte Brent kostet am Mittag 103,36 US-Dollar pro Barrel und verliert damit rund 0,7 Prozent. Das amerikanische Pendant WTI notiert bei 101,44 US-Dollar und legt aktuell wieder leicht zu. Gasöl, das an der Londoner Terminbörse ICE gehandelte Mitteldestillat und damit die eigentliche Referenz für den Heizölpreis, bleibt leicht über dem gestrigen Tagesniveau bei 1.499,75 US-Dollar pro Tonne.

Marktteilnehmer rechnen inzwischen damit, dass die saudischen Ausfuhrkapazitäten schneller wieder verfügbar sein könnten, und in den USA füllen sich die Kraftstoffbestände laut Department of Energy (DOE) weiter auf. Diplomatisch kommt Bewegung von unerwarteter Seite, weil China Teheran auffordert, auf die verbündete Huthi-Miliz einzuwirken, die die saudischen Exporte über das Rote Meer behindert. Für Peking, das zu den größten Abnehmern am Golf zählt, steht dabei die eigene Versorgung auf dem Spiel.

Indes meldet die britische Behörde UK Maritime Trade Operations gestern, die den Handelsseeverkehr im Nahen Osten überwacht und Reedereien vor Gefahren warnt, den Beschuss eines Schiffs nordöstlich der omanischen Stadt Khasab. Die Besatzung blieb unverletzt. Die iranischen Revolutionsgarden, die militärische Elitetruppe der Islamischen Republik, erklärten ihrerseits, sie hätten einen unter togoischer Flagge fahrenden Tanker gestoppt, der die Meerenge ohne ihre Genehmigung passieren wollte.

Beim Diesel bleibt die Lage eng. Ukrainische Drohnen treffen in Russland seit Wochen Raffinerien, zuletzt in der Nacht zu Donnerstag die Anlage in Jaroslawl nordöstlich von Moskau, wo die Hauptdestillationsanlage ausfiel und damit gut vierzig Prozent der Kapazität des Werks. Weil im eigenen Land inzwischen Kraftstoff fehlt, hat Moskau die Exportverbote für Benzin und Diesel noch einmal verlängert. Mittlerweile prüfen auch China und die USA, ob sie ihre Ausfuhren beschränken. Der Preis lässt sich an den Zapfsäulen ablesen. In Deutschland hat dieser für Diesel gerade einen Rekordpreis erreicht.

Russland wählt seit heute zudem ein neues Parlament, drei Tage lang und zum ersten Mal seit dem Angriff auf die Ukraine. Putin hat seine Landsleute aufgerufen, mit ihrer Stimme zum Sieg beizutragen, kritische Parteien stehen kaum auf dem Wahlzettel, und die Kremlpartei Geeintes Russland rechnet mit einer Zweidrittelmehrheit. Der Ausgang steht praktisch fest, erste Zahlen werden am Sonntagabend erwartet.

In Deutschland kostet der Liter Heizöl heute 1,73 Euro im Bundesschnitt, die Woche endet also unterhalb ihrer Spitze. In Österreich liegt der Liter aktuell bei 1,91 Euro, in der Schweiz bei 1,63 Franken.

Drei Marken prägen die Septemberreihe der vergangenen zehn Jahre. Das Tief fällt in den Corona-Herbst 2020, als der eingebrochene Verbrauch den Liter in Deutschland auf 38 Cent drückte, in Österreich auf 54 Cent und in der Schweiz auf 64 Rappen. Zwei Jahre später setzte der Ukraine-Krieg das erste Extrem nach oben mit 1,56 Euro, 1,65 Euro und 1,50 Franken. Dieser September liegt in allen drei Ländern darüber, in Deutschland um gut zwei Prozent, in der Schweiz um fünf und in Österreich um acht. Damit ist der laufende Monat der teuerste September des Jahrzehnts im gesamten DACH-Raum. Zwischen dem billigsten und dem teuersten September dieser Reihe liegt in Deutschland mehr als das Vierfache, und beide Male gab die Weltlage den Ausschlag, erst eine Pandemie, die den Verbrauch lahmlegte, jetzt zwei Kriege, die das Angebot verknappen.

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