
Heizölpreise ziehen auf Oktoberhoch
08.10.26 • 11:33 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel
Die Ölpreise legen am Donnerstag deutlich zu, weil der Markt eine mögliche neue militärische Zuspitzung im Iran-Konflikt einpreist. Dazu kommen Förderausfälle im Golf von Mexiko und immer weniger Schiffe, die sich durch die Straße von Hormus trauen. Gasöl verteuert sich den zweiten Tag in Folge kräftig. Entsprechend deutlich ziehen die Heizölpreise in Deutschland und der Schweiz an, in Österreich bleibt der Liter dagegen nahezu unverändert.
Die Nordseesorte Brent kostet am Vormittag 104,14 US-Dollar je Barrel und damit knapp drei US-Dollar mehr als gestern um diese Zeit. Die amerikanische Sorte WTI steht bei 91,71 US-Dollar. Beide hatten am Mittwoch im Tagesverlauf noch nachgegeben, Gasöl dagegen schloss mit 1.421,00 US-Dollar je Tonne gut 91 US-Dollar über dem Vortag und legt heute auf 1.463,50 US-Dollar nach. Damit brechen die Notierungen Richtung Wochenende erneut nach oben aus.
Ausgelöst hat den Schub die Aussicht auf eine neue militärische Eskalation. Berichten zufolge lässt das Weiße Haus Angriffspläne gegen den Iran ausarbeiten, die sich noch vor den Zwischenwahlen am 3. November umsetzen ließen. Wie groß ein solcher Schlag ausfiele und was er träfe, ist allerdings offen. Damit kippt eine Annahme, auf die sich der Markt lange verlassen hatte, nämlich dass Washington bis zur Wahl stillhält. US-Präsident Trump trug sein Übriges dazu bei und erklärte bei einem Wahlkampfauftritt in San Antonio, ein Abkommen mit Teheran dränge ihn nicht.
Zugleich meiden immer mehr Schiffe die Straße von Hormus. Das Analysehaus Kpler zählte am Dienstag nur sieben Rohstofffrachter, die die Meerenge passierten, so wenige wie seit Ende Juli nicht mehr. Die Rohölmengen, die dort hindurchkommen, schrumpften binnen einer Woche um gut ein Viertel auf gut zehn Millionen Barrel täglich. Wie gefährlich die Lage geworden ist, zeigte am Mittwochabend ein Vorfall rund 90 Kilometer nördlich der katarischen Stadt Madinat asch-Schamal, wo nach Angaben der britischen Schifffahrtsbehörde UKMTO mehrere Geschosse einen Tanker trafen und Opfer forderten. Dass es ein Schiff mitten im Persischen Golf trifft, kommt selten vor, laut dem Fachportal Maritime Executive war es dort im Westteil der erste gemeldete Angriff seit Wochen. Ein Berater der Revolutionsgarden kündigte zusätzlich an, demnächst weitere Passagen vor der Küste Omans zu sperren, die Teheran als unerlaubt betrachtet.
Auf der anderen Seite des Atlantiks, im Golf von Mexiko, haben die Betreiber wegen Hurrikan Isaias ihre Offshore-Förderung um mehr als 510.000 Barrel täglich heruntergefahren. Das ist etwa ein Viertel dessen, was in der Region sonst aus dem Boden kommt. Der Sturm hat Kategorie 1 erreicht und wird am Freitag an der Küste erwartet, was laut des US-Hurrikan-Zentrums gefährliche Folgen für Teile der nördlichen Golfküste haben kann. Entscheidend für den Ölmarkt wird sein, ob auch Raffinerien ausfallen, denn bei Diesel und Heizöl ist in den USA ohnehin kaum Spielraum.
Indes meldete das US-Energieministerium gestern für die vergangene Berichtswoche einen stärkeren Rückgang der Rohölbestände als erwartet. Die Vorräte an Diesel und Kerosin sanken nur leicht, liegen aber weit unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Gegensteuern will die Internationale Energieagentur, die ihre Reserven schneller als geplant auf den Markt bringt und dabei Diesel den Vorrang gibt.
Heizöl verteuert sich heute den zweiten Tag in Folge. Der Liter kostet im deutschen Bundesschnitt knapp 1,70 Euro und damit rund vier Cent mehr als am Mittwoch. Binnen zwei Tagen summiert sich das Plus auf knapp neun Cent, vom Dreiwochentief am Dienstag ist nichts mehr übrig. Für eine Lieferung von 3.000 Litern macht das gegenüber Dienstagabend rund 270 Euro aus. Gemessen am Oktoberdurchschnitt von 1,65 Euro je Liter liegt der Preis damit am oberen Rand dessen, was Haushalte in diesem Monat bislang gezahlt haben.
In Österreich bewegt sich dagegen kaum etwas. Der Liter kostet weiterhin 1,79 Euro und ist damit der einzige in den drei Ländern ohne Aufschlag. Über die Woche gerechnet hat sich Heizöl dort sogar um rund fünf Cent verbilligt, gegenüber dem Monatsdurchschnitt von 1,82 Euro liegt der aktuelle Preis klar darunter. In der Schweiz fällt der Sprung am heftigsten aus. Der Liter kostet 1,73 Franken und damit gut sechs Rappen mehr als gestern, deutlich über dem Oktoberschnitt von 1,66 Franken.
HeizOel24-Tipp: Die Preise sind in wenigen Tagen wieder deutlich gestiegen. Wer jetzt trotzdem bestellen muss, hat zumindest die Möglichkeit, das Öl in Teilbeträgen zu kaufen. Nutzen Sie dafür den Ratenkauf bei der Bestellung. HeizOel24
| Börsendaten | Donnerstag 08.10.2026 11:33 Uhr | Schluss Vortag 07.10.2026 | Veränderung zum Vortag |
|---|---|---|---|
Rohöl Brent Crude | 104,18
$
pro Barrel | 101,23
$
pro Barrel | +2,91% |
Gasöl | 1.480,00
$
pro Tonne | 1.408,75
$
pro Tonne | +5,06% |
Euro/Dollar | 1,1189
$
| 1,1195
$
| -0,05% (konstant) |
USD/CHF | 0,8347
CHF
| 0,8326
CHF
| +0,25% (etwas fester) |
| Heizölpreis | Donnerstag 08.10.2026 11:33 Uhr | Schluss Vortag 07.10.2026 | Veränderung zum Vortag |
|---|---|---|---|
Deutschland | 169,77 € | 164,75 € | +3,05% |
Österreich | 180,12 € | 177,63 € | +1,40% |
Schweiz | 173,19 CHF | 170,64 CHF | +1,49% |
| Ø 100l Preis bei 3.000l | |||
| 4-Wochen Prognose | |||
|---|---|---|---|
| Rohöl | konstant | ||
| Heizöl | konstant | ||
| alle Angaben ohne Gewähr | |||
