
Heizölpreise fallen auf Vier-Wochen-Tief
05.11.26 • 11:11 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel
Die Ölpreise sind am Mittwoch zum vierten Mal hintereinander gefallen und standen zum Handelsschluss so tief wie zuletzt Anfang September. Nach dem Wahlsieg der Demokraten rechnet der Markt damit, dass US-Präsident Trump im Iran-Krieg auf eine Verhandlungslösung zusteuert. Gasöl verlor gestern kräftig und tritt heute auf der Stelle. Heizöl ist in allen drei Ländern so günstig wie seit rund vier Wochen nicht, die Schweiz verzeichnet den größten Abschlag.
Die Nordseesorte Brent kostet am Vormittag 95,42 US-Dollar je Barrel, die amerikanische Sorte WTI 88,25 US-Dollar. Beide Sorten erholen sich zwar am Donnerstag leicht, bleiben aber unter Druck. Der Mittwoch hatte zunächst ruhig begonnen. Am Vormittag stützten die kräftigen Lagerabbauten aus den US-Daten des Vorabends, neue Zwischenfälle mit Tankern in der Straße von Hormus und Tankerdaten, die auf sinkende Exporte aus dem Persischen Golf hindeuteten. Ab dem Nachmittag drehte der Markt. Die Aussicht auf Gespräche im Iran-Konflikt und auch zwischen Russland und der Ukraine sowie eine neue Freigabe aus den strategischen Reserven der USA lösten eine Verkaufswelle aus. Brent schloss unter 100 US-Dollar, WTI unter 90 US-Dollar. Gasöl beendete den Tag fast fünf Prozent tiefer.
Der Auslöser für den Stimmungswechsel lag am Wahlergebnis. Die Demokraten kontrollieren künftig beide Kammern des Kongresses und haben angekündigt, den seit mehr als acht Monaten laufenden Krieg mit dem Iran beenden zu wollen. Als Hebel dient ihnen das Budgetrecht des Parlaments, über das sich Militärausgaben begrenzen lassen. Vizepräsident Vance schrieb auf der Plattform X, der Grund für die Niederlage sei der Krieg. Trump stimmte dem vor Journalisten in Washington im Kern zu, sieht die Ursache aber vor allem bei den gestiegenen Spritpreisen. Zugleich verteidigte er den Angriff auf den Iran, er würde genauso wieder entscheiden, weil Teheran keine Atomwaffe bekommen dürfe. Wie es nun weitergeht, lässt er offen. Teheran feiert das Wahlergebnis derweil als politische Niederlage Trumps, so formulierte es Irans Sicherheitsbeauftragter Rezai auf X.
Auch die Aussicht auf neue Gespräche zwischen Russland und der Ukraine stützt die Erwartung sinkender Preise. Am 10. und 11. November wollen Kiew und Moskau in Abu Dhabi unter Vermittlung der USA ihre seit Februar ruhenden Verhandlungen wieder aufnehmen. Auf amerikanischer Seite leitet Sondergesandter Witkoff die Runde, Russland schickt erneut Medinski, einen Berater des russischen Präsidenten Putin. Der ukrainische Präsident Selenskyj hat nach eigenen Angaben mit Witkoff und Trumps Schwiegersohn Kushner telefoniert und der US-Seite Vorschläge übergeben. Mit einem Durchbruch rechnet kaum jemand, zumal Russland seine Angriffe auf die ukrainische Energieversorgung unvermindert fortsetzt. Nach Angaben der Regierung in Kiew fuhren Kernkraftwerke ihre Leistung herunter, in sechs Regionen fiel zeitweise der Strom aus, und die Ukraine beschießt ihrerseits weiter Ziele in Südrussland.
Was die Börsen vormachen, setzt sich auch im Inland fort. Es geht runter mit den Heizölpreisen. Im bundesweiten Durchschnitt kostet der flüssige Brennstoff aktuell rund 1,68 Euro je Liter, knapp fünf Cent unter dem Stand vom Mittwochmorgen. Zuletzt war Heizöl Anfang Oktober für diesen Preis zu haben, seitdem hatte er sich durchgehend über 1,70 Euro gehalten. Für eine Lieferung von 3.000 Litern sind heute rund 5.040 Euro fällig, am Mittwochmorgen waren es noch etwa 5.180 Euro, gut 140 Euro Unterschied innerhalb eines Tages. Vom Tief Ende Juni bei 1,13 Euro bleibt der Liter trotzdem rund 55 Cent entfernt, die Heizsaison bleibt also teuer. Beim Bestellverhalten zeigt sich, dass zum Monatswechsel spürbar mehr geordert wurde als in den Wochen davor. Die Temperaturen sinken, die Heizungen laufen wieder, und wer nur noch wenig im Tank hatte, musste bestellen. Wer stattdessen auf fallende Preise gesetzt hat, kommt heute zum Zug und findet den günstigsten Literpreis seit Anfang Oktober vor.
In Österreich kostet der Liter heute 1,83 Euro, knapp ein Cent weniger als am Mittwochmorgen, und liegt damit ebenfalls so niedrig wie zuletzt Anfang Oktober. Zum Monatstief vom 8. Oktober bei 1,79 Euro fehlen noch rund dreieinhalb Cent. In der Schweiz fällt der Liter auf 1,67 Franken, knapp sieben Rappen unter dem Mittwoch und ebenfalls auf dem tiefsten Stand seit Anfang Oktober. Vom Monatshoch bei rund 1,78 Franken hat sich der Preis damit um elf Rappen entfernt. Wer in diesen Tagen nachtanken muss, bekommt in allen drei Ländern einen Preis, den es seit vier Wochen nicht mehr gab.
HeizOel24-Tipp: Nutzen Sie die Liefertermin-Auswahl, um Ihre Bestellung genau zu planen. Mit dem Wunschtermin können Sie den Tag der Lieferung wählen, der Ihnen am besten passt, flexibel und stressfrei. HeizOel24
| Börsendaten | Donnerstag 05.11.2026 11:11 Uhr | Schluss Vortag 04.11.2026 | Veränderung zum Vortag |
|---|---|---|---|
Rohöl Brent Crude | 96,13
$
pro Barrel | 94,56
$
pro Barrel | +1,66% |
Gasöl | 1.332,50
$
pro Tonne | 1.319,75
$
pro Tonne | +0,97% |
Euro/Dollar | 1,1232
$
| 1,1228
$
| +0,04% (konstant) |
USD/CHF | 0,8175
CHF
| 0,8167
CHF
| +0,10% (konstant) |
| Heizölpreis | Donnerstag 05.11.2026 11:11 Uhr | Schluss Vortag 04.11.2026 | Veränderung zum Vortag |
|---|---|---|---|
Deutschland | 167,90 € | 169,30 € | -0,83% |
Österreich | 182,02 € | 182,74 € | -0,40% |
Schweiz | 166,64 CHF | 168,85 CHF | -1,31% |
| Ø 100l Preis bei 3.000l | |||
| 4-Wochen Prognose | |||
|---|---|---|---|
| Rohöl | fallend | ||
| Heizöl | fallend | ||
| alle Angaben ohne Gewähr | |||
