Ölnachfrage: Asien bremst, USA robust - Heizölmarkt nicht mehr lange ruhig

29.07.21 • 09:05 Uhr • HeizOel24 News • Oliver Klapschus

Die Öl- und Heizölpreise bewegen sich auch am Donnerstag kaum. Die Rohölnotierungen an den internationalen Börsen klettern geringfügig auf Kurse von knapp über 75 Dollar je Barrel Brent. Die Inlandspreise sind im Zuge der nach wie vor schwachen Nachfrage unverändert in den Tag gestartet.

In der insgesamt nachrichtenarmen Woche kommen die Ölpreise nicht vom Fleck. Nach dem zwischenzeitlichen Absturz unter 70 Dollar in der Vorwoche bewegen sie sich im Schneckentempo aufwärts in Richtung des alten Höchststandes bei 77 Dollar, der Anfang des Monats markiert wurde. Die wöchentlichen DOE-Lagerbestandsdaten aus den USA zeigten mit einem Gesamtminus von 9,5 Mio. Barrel quer über alle drei Produktbereiche neuerlich eine rückläufige Tendenz, was im Handelsverlauf jedoch nur kurz zu steigenden Preisen führte. Im Vergleich zur Vorjahreswoche waren rund 144 Mio. Barrel weniger Rohöl, Heizöl/Diesel und Benzin eingelagert und die US-Lagerbestände orientieren sich zunehmen zum unteren Rand der durchschnittlichen 5-Jahres-Bandbreite. Im letzten Sommer waren die Lagerbestände höher als üblich, so dass hier eine deutliche Korrelation zwischen sinkenden Füllständen und den steigende Ölpreisen am Weltmarkt sichtbar wird. Aus den USA wird angesichts des Höhepunkts der Sommerreisesaison ebenfalls von einer robusten Benzinnachfrage berichtet. Das Gegenteil zeigt sich dagegen in Asien, wo neue Corona-Beschränkungen die Mobilität eindämmen und die Kraftstoffnachfrage abwürgen. Staaten wie Thailand, Malaysia und Indonesien, die bisher eher selten in einem Atemzug genannt wurden melden bis zu einem Drittel weniger Verkehr. Global gesehen bleibt der Ölmarkt in einem schwierigen Fahrwasser, was allzu großen Preisphantasien kurzfristig entgegenwirkt.

Der heimische Heizölmarkt verzeichnete am Mittwoch den bisher nachfragestärksten Handelstag der laufenden Woche. Abgesehen vom kurzen Aufflackern am Montag und Dienstag letzter Woche bleibt die Bevorratungsaktivität der Verbraucherschaft aber weiterhin unterdurchschnittlich. Der Juli 2021 wird als typischer Sommermonat in die Heizölabsatzstatistik eingehen. Die HeizOel24-Verkäufe signalisieren kurz vor Ultimo ein Minus von rund 25 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, womit sich der Juli nahtlos an die schwache Heizölnachfrage im ersten Halbjahr anknüpft. Volle Tanks und die, im Vergleich zu 2020, deutlich gestiegenen Heizölpreise sind auf die Kauflaune durchgeschlagen. Dieser Trend dürfte sich bereits im August ändern. Mit dem näher rückenden Herbst zeichnet sich am Horizont bereits die Heizperiode ab und mit einem leeren Tank lässt es sich schlecht heizen. Rückblickend auf das vielerorts kalte Frühjahr ist der Bevorratungsbedarf in vielen Haushalten größer als es der Absatztrend der letzten Monate erahnen lässt. Das Thema Brennstoffbeschaffung dürfte bald in den Fokus rücken und im langfristigen Vergleich sind die aktuelle Heizölpreise mit knapp unter 70 Cent je Liter in Deutschland (Österreich 75 Cent, Schweiz 85 Rappen) gar nicht mal so schlecht. Das Preisband der letzten 15 Jahre zeigt Einkaufskosten zwischen 35 und 95 Cent je Liter. Der langjährige Durchschnitt lässt sich bei rund 65 Cent verorten. Letzterer Wert stellt gleichzeitig eine sinnvolle Zielmarke für Preisspekulationen dar. - ok

HeizOel24-Tipp: Gemeinsam günstiger! Wer bei seiner Heizölorder auf einen Bedarf unter 1.500 Liter kommt, sollte über eine Sammelbestellung mit den Nachbarn nachdenken. So gelingt auch das Tanken von eher kleinen Mengen zum günstigen Literpreis. HeizOel24. 29.07.2021

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