Öl- und Gasproduktionsausfälle sorgen für volatile Heizölpreise

05.07.22 • 09:53 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

In Deutschland und der Schweiz sind die Heizölpreise zum Vortagesschluss gefallen und in Österreich leicht gestiegen. Mit einem durchschnittlichen Rückgang pro Liter von 0,5 Cent profitieren deutsche Heizölnutzer aktuell am meisten. In Norwegen werden ab heute die ersten drei Plattformen zur Öl- und Gasförderung bestreikt. Diese Streiks könnten sich bis Samstag ausweiten und bis zu 25 Prozent der norwegischen Gasförderung und 15 Prozent der norwegischen Ölproduktion lahmlegen. Die deutsche Regierung arbeitet aktuell an einem Gesetzt, dass unteranderem eine teilweise Verstaatlichung von Energieunternehmen als Rettung vor Insolvenzen ermöglichen soll.

Sowohl die Rohölsorte Brent als auch WTI starten höher als gestern früh in den neuen Tag. Brent jedoch etwas niedriger als am Vortagesschluss, während WTI nun ebenfalls knapp über der psychologisch wichtigen 110 Dollar pro Fass Marke in den Tag startet. Ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI wird aktuell mit 110,07 Dollar gehandelt, einem Plus von 1,45 Prozent. Ein Fass der Nordseesorte Brent wird aktuell mit 113,37 Dollar, einem Minus von 0,4 Prozent, gehandelt. Der Euro hält sich derweil weiterhin knapp oberhalb der psychologisch wichtigen 1,04 Dollar Marke. Aktuell wird ein Euro mit 1,0433 Dollar, einem Plus von 0,1 Prozent, gehandelt.

Schlechte Nachrichten für den Ölpreis kommen heute aus Norwegen. Hier begann heute ein Streik der Ölplattformarbeiter für höhere Löhne. Es gab bereits letzte Woche Verhandlungen zwischen mehreren Gewerkschaften und den Betreiberfirmen. Außer einer Gewerkschaft konnten sich alle anderen mit der Arbeitgeberseite auf einen Deal einigen. Aktuell streikt die Lederne Gewerkschaft, deren Mitglieder essentiell für den Betrieb der Plattformen sind. Demnach hat die Betreiberfirma Equinor die betroffenen drei Felder vorerst geschlossen. Der Streik wird sich ab Mittwochnacht auf drei weitere Ölfelder ausweiten und mindestens eine weitere Anlage ist indirekt betroffen, da diese ihre Produkte teilweise über die bestreikten Plattformen weiterverarbeitet. Ab heute bedeutet dies einen Rückgang der Öl- und Gasproduktion, umgerechnet in Ölfässer pro Tag, von 89.000 B/T, davon 27.500 B/T an Gas. Mit den hinzukommenden Plattformen am Mittwoch wird die Gasproduktion Norwegens um ca. 13 Prozent und die Ölproduktion um 6,5 Prozent reduziert werden. Sollte bis Samstag keine Einigung erzielt werden, können die Streiks noch ausgeweitet werden und die Gasproduktion dann um 25 Prozent und die Ölproduktion um 15 Prozent reduzieren.

Die deutsche Regierung arbeitet mit Hochdruck an einem Gesetzesentwurf, der noch vor der Sommerpause verabschiedet werden soll. Ziel ist es zum einen, dass der Staat sich ähnlich wie bei den Corona-Rettungsmaßnahmen, in strauchelnde Energiefirmen einkaufen kann, um Insolvenzen zu verhindern. Zusätzlich soll das Gesetz auch ermöglichen, dass steigende Kosten sofort von den Energiefirmen an die Endverbraucher weitergereicht werden können, ähnlich der Möglichkeit, die durch das Ausrufen der zweiten Stufe des Notfallplans Gas besteht. Laut verschiedenen Quellen soll damit eine Situation, die dem Auslöser der 2008er Finanzkrise ähnelt, verhindert werden. Der deutsche Staat befürchtet, dass die bisher um 60 Prozent reduzierten Gaslieferungen aus Russland über die Nordstream-1-Pipeline nach den geplanten Wartungsarbeiten vom 11 bis 21 Juli darüber hinaus verzögert oder gar nicht wieder aufgenommen werden. Eine daraus entstehende Rezession im Wirtschaftsmotor der EU hätte große Folgen für den gesamten Kontinent. Während eine Rezession im Allgemeinen durch den nachlassenden Bedarf die Preise senkt, würde dies in diesem Fall auf Ölprodukte nicht zutreffen, da diese z. B. in der Stromerzeugung als Gasersatz genutzt werden können.

Trotz der düsteren Ausblicke in der Zukunft bestimmt aktuell die Angst vor einer Rezession die Preisentwicklung und sorgt in der D-A-CH-Region überwiegend für kleine Nachlässe. Einzige Ausnahme ist Österreich, wo die Heizölpreise um durchschnittlich 0,25 Cent pro Liter stiegen. In der Schweiz können Interessenten sich über einen Rückgang von im Schnitt 0,1 Rappen pro Liter freuen und in Deutschland sind es sogar durchschnittlich 0,5 Cent weniger pro Liter Heizöl.

Das gestrige Bestellvolumen ist im Angesicht der über das Wochenende wieder deutlich gestiegenen Preise sehr hoch ausgefallen. Insgesamt wurde ca. doppelt so viel wie am gesamten Wochenende bestellt und ca. zweieinhalbmal so viel wie am vergangenen Montag. Bis zum elften Juli, dem Beginn der Wartungsarbeiten der Nordstream-1-Pipeline, werden wir in der D-A-CH-Region wahrscheinlich einen volatilen Seitwärtstrend sehen, welcher dann in einen Aufwärtstrend umschlagen wird. Abzuwarten bleibt ob in der Zwischenzeit die Rezessionsängste die Preise vorerst drücken oder das sehr knappe Angebot die Preise steigen lässt. -fr-

HeizOel24-Tipp: Alle praktischen Informationen rund um Heizöl gibt es in der HeizOel24 App. Z. B. können Sie über die Chatfunktion und das Stimmungsbarometer erkennen, ob die Mehrzahl Ihrer Mitheizölinteressenten es vorzieht aktuell zu kaufen oder noch abwartet, um ein Schnäppchen zu ergattern. Außerdem können Sie sich Preisalarme einstellen, die Sie beim Erreichen Ihres Wunschpreises informieren oder direkt Heizöl jederzeit und bequem von überall bestellen. Diese und viele weitere Funktionen finden Sie in der HeizOel24 App. HeizOel24 05.07.2022

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