US-amerikanische Fahrsaison stützt Ölpreise

29.05.24 • 10:54 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Die Heizölpreise stiegen heute Vormittag um bis zu 0,85 Rappen bzw. Cent pro Liter an. Zwar drückt die wachsende Schattenflotte an Tankschiffen auf die Ölpreise, die stark startende US-amerikanische Fahrsaison, der Krieg zwischen Israel und Palästina sowie die erwartete Verlängerung der freiwilligen OPEC+-Förderquotenkürzungen sorgen dennoch für Ölpreisaufwärtsdruck.

Der Euro fiel auf 1,083 Dollar und folgt einem leichten Abwärtstrend, während die Ölpreise einem moderaten Aufwärtstrend folgen. Ein Fass der Nordseerohölsorte Brent wird aktuell mit 84 Dollar und ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI mit 80 Dollar pro Fass gehandelt. ICE Gasoil konnte sich auf 767 Dollar pro Tonne steigern. Damit sind weitere Heizölpreissteigerungen im Tagesverlauf wahrscheinlich.

Die Ölpreise geraten regelmäßig durch die sogenannte Schattenflotte unter Druck. Dabei handelt es sich um Tanker, die außerhalb des westlichen Ökosystems agieren und für die Umgehung von Sanktionen und Bestimmungen genutzt werden. Vor dem Ukrainekrieg gab es davon rund 300 Schiffe, welche z. B. für den Transport von venezuelischem und iranischem Öl genutzt wurden, um Sanktionen zu umgehen. Nach neusten Schätzungen sind es aktuell zwischen 600 bis 800 Schiffe. Dies lässt Zweifel an der Effektivität des westlichen Preisdeckels auf russisches Rohöl aufkommen. Zusätzlich umgeht die Flotte internationale Umweltbestimmungen und nutzt deutlich umweltschädlicheren aber auch um ca. 20 Prozent günstigeren Diesel mit hohem Schwefelanteil.

Die Ölpreise werden heute dennoch von den preistreibenden Faktoren bestimmt. Hierzu zählt unter anderem die gestartete US-amerikanische Fahrsaison. Neuste Zahlen gehen von einem überdurchschnittlichen Reiseverhalten der Amerikaner aus, was entsprechend Nachfrage steigernd wirkt. Im Krieg zwischen Israel und Palästina intensivierten sich die Kampfhandlungen und es kam zu einem Grenzkonflikt zwischen Israel und Ägypten. Dies schürt die Angst vor einer Ausweitung des Konfliktes auf Ölproduzierende Nachbarstaaten. Zusätzlich geht der Ölmarkt davon aus, dass die OPEC+ am Sonntag die freiwilligen zusätzlichen Förderquotenkürzungen verlängern wird und preist dies nach und nach mit ein.

Die Heizölpreise starten in Österreich auf dem Vortagesniveau und damit weiterhin auf dem aktuellen Neunmonatstief in den Tag. In der Schweiz stiegen sie dagegen um durchschnittlich 0,15 Rappen und in Deutschland um 0,85 Cent pro Liter Heizöl an. Zwar gibt es auch heute wieder regionale Abwärtsbewegungen in der Bundesrepublik, im Vorwochenvergleich sind die Heizölpreise dennoch in der Regel gestiegen. Zum aktuellen Zeitpunkt befinden sich die deutschen Heizölpreise damit leicht unter dem Durchschnitt der letzten sechs Monate und Heizölnutzer mit akutem Bedarf sollten über eine Bevorratung nachdenken. -fr-

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