US-amerikanisches Zollchaos reduziert Ölpreis

03.04.25 • 11:10 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Die Heizölpreise sanken heute Vormittag um bis zu 1,25 Rappen bzw. Cent. Getrieben wird die Abwärtsbewegung durch höher als erwartete US-amerikanische Strafzollankündigungen und Rohölbestandsaufbauten. Zusätzlich scheint die EU eine Abkehr vom Verbrenneraus 2035 vorzubereiten.

Der Euro folgt heute Vormittag einem massiven Aufwärtstrend und wird derzeit mit 1,09 Dollar gehandelt. Gleichzeitig fallen die Ölpreise stark. Die Nordseerohölsorte Brent fiel auf 72 Dollar pro Fass. Derweil unterschritt die US-amerikanische Sorte WTI die psychologisch wichtige 70 Dollar pro Fass marke und wird derzeit mit 69 Dollar gehandelt. ICE Gasoil sank auf 668 Dollar pro Tonne. Damit sind weitere Heizölpreisrückgänge im Tagesverlauf wahrscheinlich.

Der US-amerikanische Präsident Donald Trump verkündete gestern zehn Prozent Strafzölle auf alle Importe in die USA sowie weitreichende zusätzliche Strafzölle gegen individuelle Handelspartner wie der EU und China. Das Ausmaß überraschte den Ölmarkt, auch wenn es auch wenn es Ausnahmen für Öl, Gas und einige andere Produkte gibt. Erwartet wird nun neben einer steigenden Inflation eine deutliche globale Wirtschaftsabkühlung. Die daraus resultierende sinkende Ölnachfrage drückt bereits jetzt auf den Ölpreis.

Weiterer Ölpreisabwärtsdruck entstand durch den neuen Wochenbericht des US-amerikanischen Department of Energy (DOE). Laut diesem stiegen die Rohölbestände unerwartet um 6,2 Mio. Fass an, statt um 0,7 Mio. Fass zu sinken. Der restliche Bericht entsprach den Markterwartungen. Der Anstieg kommt durch einen Importanstieg von kanadischem Rohöl zustande. Die US-amerikanische Ölindustrie hatte hier Zollanstiege erwartet und vorab Reserven angelegt.

Das EU-Verbrenner aus beginnt zu wackeln. Ursprünglich war eine Elektrifizierung der PKW in der EU bis 2035 geplant. Zuletzt bekam die Autobranche von der EU die Lockerungen möglicher Strafzahlungen für die Zielverfehlung für 2025 zugesagt. Zusätzlich wurde ein Absatz aus dem Beschluss gestrichen. Dieser verpflichtete die EU bisher dazu, dass die festgelegten CO2-Reduktionsziele nicht angepasst werden dürfen. Praktisch ändert sich durch die Maßnahmen derzeit nichts. Dennoch eröffnet es die Möglichkeit der Aufhebung oder Aufweichung der Regelung. Dies wiederum würde auch dem europäischen Ölsektor und damit potentiell auch Heizöl, zugutekommen.

Der Heizölpreissturz treibt die Nachfrage am heutigen Vormittag bis zu 50 Prozent über das jahreszeitübliche Niveau. Gleichzeitig vergleichen weiterhin mehr als viermal so viele Interessenten wie üblich die Preise auf HeizOel24.
Während die Heizölpreise in Österreich nur um im Schnitt 0,1 Cent pro Liter fielen, sanken sie in der Schweiz und Deutschland um 1,05 Rappen bzw. 1,25 Cent.
Die US-amerikanischen Zölle sollen am 05.04.25 und 09.04.25 in Kraft treten. Die Zeit bis dorthin will die EU für Verhandlungen und eine Abwendung der Zölle nutzen. Sollte sich die USA nicht Kompromiss bereit zeigen, dürfte es allerdings zu Gegenzöllen kommen. Der Ölpreisabwärtstrend dürfte sich vorerst halten., könnte sich allerdings kurzfristig umkehren. Heizölnutzer mit akutem Bedarf sollten deshalb die Nachrichten gut im Blick behalten und bei sich andeutenden abgemilderten Zöllen über einen Kauf nachdenken. -fr-

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