Transportkosten steigern Heizölpreise

07.07.25 • 11:38 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Die Rohölpreise verharren derzeit auf dem Niveau der Vorwoche. Auch etwas stärkere OPEC+-Förderquotenerhöhungen sorgen hier nur für wenig Bewegung. Derweil steigen die Transportkosten für Heizöl, unter anderem aufgrund niedriger Flusspegelstände. Heizölinteressenten müssen deshalb heute Vormittag bis zu 1,25 Cent bzw. Rappen mehr pro Liter einplanen.

Der Euro hält sich noch bei 1,17 Dollar folgt allerdings einem deutlichen Abwärtstrend. Derweil stagniert die Nordseerohölsorte bei 68 Dollar pro Fass und wartet auf Richtungsimpulse. Die US-amerikanische Rohölsorte WTI startet mit 66 Dollar pro Fass ebenfalls auf dem Wert von Freitagvormittag in die neue Handelswoche, folgt allerdings einem leichten Aufwärtstrend. ICE Gasoil legte derweil deutlich zu, wird derzeit mit 757 Dollar pro Tonne gehandelt und folgt einem starken Aufwärtstrend.

Das Ölförderkartell OPEC+ sorgt für Ölpreisabwärtsdruck. Die Rücknahme der freiwilligen Förderquotenkürzungen in Höhe von 2,2 Mio. B/T wurde erneut beschleunigt. Die ursprünglich geplanten monatlichen Erhöhungen von 135.000 B/T beliefen sich bisher auf 411.000 B/T und wurden für den kommenden August 2025 auf 550.000 B/T erhöht. Die Investmentbank Goldman Sachs geht davon aus, dass die letzten Überbleibsel der freiwilligen Förderquotenkürzungen aus 2022 im OPEC+-Treffen am 03.08.25 aufgehoben werden.
Der Einfluss auf den Ölpreis ist bisher allerdings gering. Probleme bei der Wiederinbetriebnahme alter Förderquellen und die Kompensation zuvor erfolgte regelwidriger Überproduktion blockieren hier. Beispielsweise stieg die Rohölförderung des Kartells im letzten Monat nur um 270.000 B/T, statt der möglichen 411.000 B/T.

Trotz globaler Rohölpreis senkender Faktoren steigen die Heizölpreise. Hierfür ist unteranderem der Klimawandel mit dem daraus resultierenden niedrigen Wasserstand in einer Vielzahl der Gewässer im Norden Deutschlands verantwortlich. Entlang der Elbe musste der Schiffverkehr bereits teilweise eingestellt werden. Am Rhein, einem wichtigen Transportweg für unter anderem Heizöl, besteht laut Experten eine hohe Wahrscheinlichkeit für Niedrigwasser in diesem Monat. Bereits jetzt gibt es allerdings Abschnitte, in welchen die Schifffahrt nur noch eingeschränkt bzw. mit stark verringerten Ladungen, von teils nur noch vierzig Prozent der normalen Mengen, möglich ist. Dies erhöht die Transportkosten enorm, welche auf die Heizölkosten umgelegt werden.

Die trotz der stagnierenden globalen Rohölkosten weiter steigenden Heizölpreise drücken die Nachfrage weit unter das jahreszeitübliche Niveau. Gleichzeitig ist das Interesse weiterhin hoch und es vergleichen auch heute Vormittag mehr als vier Mal so viele Interessenten wie üblich die Preise auf HeizOel24.
Noch werden sie allerdings enttäuscht und müssen mit Anstiegen von im Schnitt 0,1 Cent in Österreich, 0,7 Rappen in der Schweiz und 1,25 Cent pro Liter in Deutschland planen.
Die steigenden Heizöltransportkosten dürften im Herbst Zeitraum zunehmen. Laut Expertenmeinung werden die Gewässertiefststände meist im Herbst bzw. Winter erreicht. Heizölnutzer mit unmittelbarem Bedarf sollten demnach auch die Wetterprognosen, zusätzlich zum globalen Ölmarkt, im Blick behalten. Mit Glück kommt es ggf. zu einer Phase flächendeckenden und langzeitiges Niederschlags, welcher die Gewässer wieder auffüllt. Einzelne regionale Schauer dürften allerdings den Trend der steigenden Transportkosten nicht aufhalten. -fr-

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