Heizöl auf Wochensicht günstiger

10.04.26 • 12:01 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise haben am Donnerstag wieder zugelegt und setzen ihre Aufwärtsbewegung auch am letzten Tag der Handelswoche fort. Hintergrund sind neue Spannungen zwischen den USA und dem Iran, anhaltende Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon sowie Angriffe auf Energieanlagen in Saudi-Arabien. Gleichzeitig bleibt die wichtige Ölroute durch die Straße von Hormus stark eingeschränkt. Die Heizölpreise halten sich erstmal am Donnerstagsniveau fest, mit leichter Aufwärtstendenz.

Bereits am Donnerstagvormittag verlagerte sich die Aufmerksamkeit zurück auf die Straße von Hormus. Zwar hatte der Iran eine Öffnung zugesagt, tatsächlich blieb der Schiffsverkehr jedoch stark eingeschränkt. Nur wenige Tanker passierten die Meerenge, während viele Reedereien weiter abwarteten. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Teheran die Passage begrenzen und unter eigener Kontrolle halten will.

In Washington stieß genau das auf scharfe Kritik. US-Präsident Donald Trump warf dem Iran öffentlich vor, die Vereinbarung zu unterlaufen. Besonders deutlich reagierte er auf Berichte über mögliche Gebühren für Tanker und die weiterhin stockende Durchfahrt. Seine Botschaft: Der Ölfluss müsse wieder in Gang kommen, notfalls auch ohne Zustimmung Teherans.

Die politische Lage verschärfte sich zusätzlich durch neue Kampfhandlungen. Israel griff erneut Ziele im Libanon an, die Hisbollah reagierte mit Raketenbeschuss. Der Iran machte daraufhin klar, dass für ihn eine Waffenruhe nur dann gilt, wenn auch diese Kämpfe beendet werden. Damit geriet die ohnehin fragile Vereinbarung weiter unter Druck, noch bevor die geplanten Gespräche beginnen.

Gemeint sind die geplanten direkten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Pakistan hat dafür mehr als 10.000 Sicherheitskräfte mobilisiert und große Teile der Hauptstadt abgeriegelt. Der Aufwand zeigt, wie hoch die Erwartungen sind. Gleichzeitig ist offen, ob die Gespräche überhaupt stattfinden, da Teheran seine Teilnahme an klare Bedingungen knüpft.

Befeuert wurden die Ölpreise zudem von der Angebotsseite. In Saudi-Arabien haben Angriffe auf Förderanlagen die Produktionskapazität um rund 600.000 Barrel pro Tag reduziert. Zusätzlich wurde eine Pumpstation der Ost-West-Pipeline getroffen. Diese Leitung transportiert Öl vom Persischen Golf ans Rote Meer und ist die wichtigste Alternative zur Route durch die Straße von Hormus. Durch den Schaden sank der Durchfluss um etwa 700.000 Barrel pro Tag, weil der notwendige Druck im System nicht mehr vollständig aufgebaut werden kann.

China reagiert bereits auf die angespannte Versorgungslage. Die Regierung hat begonnen, kommerzielle Ölreserven für staatliche Raffinerien freizugeben. Marktbeobachter gehen davon aus, dass so rund eine Million Barrel pro Tag zusätzlich verfügbar gemacht werden könnten. Die Maßnahme ist zunächst bis in den Frühsommer angelegt.

Die kurze Entlastung zur Wochenmitte hielt nicht lange an. Seit gestern tendieren die Heizölpreise wieder nach oben und holen einen Teil ihrer Verluste wieder auf. Am Freitagvormittag liegt der bundesweite Durchschnitt bei rund 1,43 Euro je Liter. Auf Wochensicht erhellt sich der Blick jedoch. Immerhin konnte Heizöl über sieben Prozent seines Preisgewichtes abwerfen und verabschiedet sich schlanker in das Wochenende. Je nachdem wie die Gespräche in Islamabad verlaufen, könnte die neue Woche je nach Szenarium günstiger oder teurer starten. Dazu sollte die Nachrichtenlage am Wochenende engmaschig verfolgt werden.

In Österreich verhalten sich die Heizölpreise eher zaghaft als große Sprünge zu machen. Im Vergleich zu gestern zeigen sich diese recht unbewegt und halten am Niveau fest. Mit knapp unter 1,87 Euro je Liter ist der Preis unterm Strich ebenfalls leichter als noch zum Wochenstart. In der Schweiz zeigt sich ein ähnliches Bild, allerdings mit mehr Bewegung. Im kantonweiten Mittel schieben sich die Preise runter auf 1,42 Franken je Liter. Das sind rund 13 Prozent weniger als noch am Montag.

Unterm Strich bleibt das Bild jedoch das gleiche: Der Markt kommt noch nicht zur Ruhe. Preisrückgänge gehen aktuell Hand in Hand mit Preissteigerungen. Da bedarf es Geduld, um den richtigen Moment zum Bestellen abzupassen.

HeizOel24-Tipp: Wer wissen will, wie viel Heizöl noch im Tank ist, ohne in den Keller zu gehen, findet mit dem meX-Füllstandsmesser eine praktische Lösung. Der smarte Sensor misst den Füllstand und zeigt ihn direkt in der App an. HeizOel24

Jetzt auf dem Laufenden bleiben
Infoservices
138,66 CHF
Veränderung
-6,93 %
zum Vortag
138,66 CHF
/100l
Prognose
0,00 %
zu morgen
Ø CH CHF/100l bei 3.000l | 10.04.2026, 13:55
$/Barrel -0,52%
Gasöl 1.320,25
$/Tonne -1,12%
USD/CHF 0,7891
CHF -0,01%
US-Rohöl 97,95
$/Barrel -0,03%
Börsendaten
Freitag
10.04.2026
12:01 Uhr
Schluss Vortag
09.04.2026
Veränderung
zum Vortag
Rohöl
Brent Crude
96,34 $
pro Barrel
96,45 $
pro Barrel
-0,11%
Gasöl
1.319,50 $
pro Tonne
1.335,25 $
pro Tonne
-1,18%
Euro/Dollar
1,171 $
1,17 $
+0,09%
(konstant)
USD/CHF
0,7898 CHF
0,7892 CHF
+0,08%
(konstant)
Heizölpreis
Freitag
10.04.2026
12:01 Uhr
Schluss Vortag
09.04.2026
Veränderung
zum Vortag
Deutschland
142,78 €
0,00 €
0,00%
Österreich
186,65 €
0,00 €
0,00%
Schweiz
141,79 CHF
0,00 CHF
0,00%
Ø 100l Preis bei 3.000l
4-Wochen Prognose
Rohöl steigend
Heizöl steigend
alle Angaben ohne Gewähr

HeizOel24 Logo
Marktbarometer

Tagesaktuelle Auswertung des Handelsgeschehens auf HeizOel24 im Vergleich zum Durchschnitt der letzten 12 Monate.
Erste Risse bei Vereinbarung: Ölpreise verunsichert
09.04.26 • 10:33 Uhr • Janin Wordel
Nach dem deutlichen Preisrückgang zur Wochenmitte legt der Ölmarkt erstmal eine Verschnaufpause ein. Die Notierungen bleiben unterhalb von 100 US-Dollar, setzen den Rückgang aber nicht weiter fort. Stattdessen zeigt sich eine leichte Gegenbewegung. Hintergrund ist die Waffenruhe im Nahen Osten, die zwar für Entlastung gesorgt hat, deren Bestand jedoch nach kurzer Zeit schon wieder bröckelt. Die Heizölpreise Weiterlesen
Ölpreise brechen ein – Feuerpause lässt Risikoprämie bröckeln
08.04.26 • 11:01 Uhr • Janin Wordel
Der Ölmarkt dreht in der Nacht abrupt. Nur Stunden zuvor drohte eine massive Ausweitung des Konflikts: US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran ein Ultimatum gestellt und im Falle eines Scheiterns Angriffe auf zentrale Infrastruktur angekündigt – bis hin zur vollständigen Zerstörung. Kurz nach Ablauf dieser Frist folgt die Kehrtwende. Washington und Teheran verständigen sich auf eine zweiwöchige Feuerpause. Weiterlesen

Pressekontakt

Oliver Klapschus
Geschäftsführer
+49(0)30 7017120
Newsarchiv