Ölpreise klettern weiter nach oben

20.07.26 • 11:04 Uhr • HeizOel24 News • Olivia Neven

Die Lage am Persischen Golf hat sich über das Wochenende dramatisch zugespitzt. Die USA setzen ihre Luftangriffe auf den Iran fort, Teheran feuert zurück und trifft dabei zunehmend die Ölinfrastruktur der Nachbarstaaten. Die Rohölpreise haben zum Wochenstart eine psychologisch wichtige Marke übersprungen. Die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz klettern heute deutlich weiter.

Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet am Montagmorgen 90,90 US-Dollar und hat damit die 90er-Marke zurückerobert. Die amerikanische Sorte WTI steht bei 84,73 US-Dollar. Gasöl, der für den europäischen Heizölmarkt entscheidende Terminkontrakt an der Londoner ICE, verteuert sich auf 1.207,25 US-Dollar je Tonne und kostet damit gut ein Viertel mehr als Anfang des Monats. Der Euro liegt stabil bei 1,14 US-Dollar.

Auslöser der Preisrally ist das Scheitern der Waffenruhe, die US-Präsident Donald Trump vor gut einer Woche aufgekündigt hatte. Seitdem greift das US-Militär Nacht für Nacht Ziele im Iran an, inzwischen zum neunten Mal in Folge. Bei iranischen Vergeltungsschlägen auf einen US-Stützpunkt in Jordanien kamen am Freitag zwei amerikanische Soldaten ums Leben. Teheran nimmt verstärkt die Infrastruktur der mit Washington verbündeten Golfstaaten ins Visier. In Kuwait wurden am Samstag eine bedeutende Ölanlage und ein Kraftwerk getroffen, am Sonntag brannten Treibstofftanks am Flughafen von Kuwait-Stadt. Saudi-Arabien fing nach eigenen Angaben 33 Drohnen ab, darunter eine mit Kurs auf das Ölfeld Schaibah.

Für den Ölmarkt wiegt am schwersten, dass die Straße von Hormus erneut zum Nadelöhr wird. Nach Daten des Finanzdienstleisters LSEG gelang es am Sonntag lediglich vier Tankern, die Meerenge zu passieren, die iranische Marine hielt nach eigenen Angaben vier weitere Schiffe an. Vor der Küste Omans meldete die britische Seefahrtsbehörde UKMTO ein brennendes Schiff aus zunächst ungeklärter Ursache. Mit Bab el-Mandeb am Roten Meer droht gleichzeitig die zweite wichtige Handelsroute auszufallen, denn der Iran wirbt Berichten zufolge bei der Huthi-Miliz im Jemen um Unterstützung für eine Blockade. Die Analysten der Barclays Bank warnen, der Markt unterschätze die möglichen Folgen, weil die Lagerbestände so knapp seien wie seit fünf Jahren nicht.

Verschärft wird die Lage durch Russland, das seine Dieselexporte gestoppt hat, während ukrainische Angriffe die dortige Ölindustrie treffen und Washington neue Sanktionen gegen Moskau vorbereitet. Etwas Gegengewicht liefern die jüngsten Monatsberichte der großen Energieagenturen, die das Marktbild nüchterner zeichnen und gegen ungebremst steigende Kurse sprechen. Der Internationale Währungsfonds mahnt zugleich, dauerhaft hohe Energiepreise könnten die Weltwirtschaft belasten.

Die Heizölpreise im Inland setzen ihren Anstieg der vergangenen Tage ungebremst fort. Im deutschen Bundesschnitt kostet der Liter aktuell 1,34 Euro, knapp anderthalb Prozent über dem Vortag und fast ein Viertel teurer als am Tiefpunkt Anfang Juli. In Österreich bezahlen Verbraucher im landesweiten Mittel 1,55 Euro und damit rund ein Fünftel mehr als zum Monatsbeginn. Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Schweiz, wo der Durchschnitt auf 1,41 Franken geklettert ist. Alle drei Länder notieren auf dem höchsten Niveau seit rund zwei Monaten, und die Prognosen deuten für morgen auf weitere Aufschläge. Entsprechend verhalten zeigt sich die Nachfrage im DACH-Raum.

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