Ölmarkt hält vor US-Sanktionsplan still

24.08.26 • 09:58 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise haben die vergangene Woche mit Gewinnen beendet und geben zum Wochenstart wieder leicht nach. Teheran hat am Wochenende gedroht, im Fall eines anhaltenden Wirtschaftskriegs überhaupt kein Öl mehr aus der Region zu lassen, und warnt zugleich die Nachbarstaaten davor, sich Washington anzuschließen. Am Abend legt das US-Finanzministerium offen, wie die wirtschaftliche Isolierung des Iran aussehen soll. Die Heizölpreise bewegen sich in Deutschland und Österreich kaum, in der Schweiz ziehen sie an.

An den Börsen zeigt sich der Wochenauftakt schwächer. Brent, das Nordseeöl, notiert bei 93,08 US-Dollar je Barrel, nachdem der Kontrakt am Freitagabend an der Marke von 95 US-Dollar gescheitert war. Die US-Sorte WTI fällt auf 85,61 US-Dollar. Die Gasölpreise geben nach auf 1.290,50 US-Dollar je Tonne. Der Euro hält sich unverändert bei 1,17 US-Dollar. Vor der abendlichen Bekanntgabe aus Washington halten sich viele Marktteilnehmer zurück. Angekündigt hat US-Präsident Donald Trump vergangene Woche die umfassendste Wirtschaftsoperation, die je gegen ein Land ergriffen worden sei, mit Konsequenzen für jedes Land, das dem Iran wirtschaftlich hilft.

Aus Teheran kam über das Wochenende eine deutliche Warnung. Der Chef des nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Resai, erklärte im Staatsfernsehen, bei einem andauernden Wirtschaftskrieg werde kein einziger Tropfen Öl mehr exportiert, weder durch die Straße von Hormus noch aus dem Persischen Golf. An die ölreichen Nachbarländer richtete er die Ansage, wer sich der amerikanischen Druckkampagne anschließe, gelte als Feind. Zunächst werde man verhandeln, scheitere das, wolle der Iran auch andere Exportrouten der Region blockieren. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf verbreitete auf der Plattform X eine Zeichnung, wonach schärfere Sanktionen wie ein Bumerang auf die USA zurückfallen.

Für die Schifffahrt hat Teheran eigene Regeln aufgestellt. Schiffe sollen ausschließlich eine vom Iran festgelegte Route entlang der iranischen Küste nehmen, die zuständige Behörde drohte bei Verstößen mit der Beschlagnahmung von Schiffen. Einlenken will die Führung erst, wenn eine Einigung mit Washington ihr Zugang zu eingefrorenen Vermögenswerten und eine Lockerung der Sanktionen bringt. Bis dahin bleibt der Verkehr durch die Meerenge stark eingeschränkt, und auch die Blockade saudischer Schiffe im Roten Meer durch die Huthi-Miliz besteht fort.

Washington bleibt hart. US-Finanzminister Scott Bessent will die Maßnahmen am Abend um 20 Uhr vorstellen und kündigte in einem Beitrag für die Financial Times an, auch gegen Staaten vorzugehen, die dem Iran gegenüber Beschwichtigungspolitik betrieben und wirtschaftliche Verbindungen aufrechterhielten. Diese sollten sich die Folgen gut überlegen. Wie stark die Maßnahmen China treffen, ist die entscheidende Frage, denn die Volksrepublik war zuletzt einer der Hauptabnehmer iranischen Öls.

Unabhängig von der Rhetorik wird das Angebot enger. Analysten der Investmentbank Morgan Stanley verweisen auf einen der stärksten Rückgänge der schwimmenden Ölvorräte seit Wochen, auch die Lagerbestände an Land nehmen ab, unter anderem in China. Die Gesamtausfuhren aus dem Nahen Osten liegen nach mehreren Datenquellen wieder auf dem niedrigen Niveau von März und April. Beim Gasöl kommt hinzu, dass die Ukraine weiter russische Raffinerien angreift, zuletzt eine Großanlage, was die Herstellung von Diesel und Heizöl beeinträchtigt.

In Deutschland bleiben die Heizölpreise nahezu unverändert. Der bundesweite Schnitt liegt bei 1,34 Euro je Liter und damit praktisch auf dem Stand vom Freitag. Bis zu der Bekanntgabe der Pläne der US-Regierung halten sich Öl- und Heizölpreise in Lauerstellung. In welche Richtung sie dann drehen, dürfte auch davon abhängen, wie die Märkte den Auftritt aus Washington am Abend bewerten.

In Österreich kostet der Liter 1,63 Euro und bewegt sich damit ebenfalls kaum. Die Schweiz weicht ab, dort fällt der Preis auf 1,40 Franken je Liter. Das sind knapp vier Rappen je Liter weniger gegenüber Freitag.

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