Heizölpreise finden keinen Deckel

09.09.26 • 10:22 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise tummeln sich weiterhin um die Marke von 100 US-Dollar, Gasöl zieht am Morgen um gut ein Prozent an und bleibt damit auf mehrmonatigen Hochständen. In der Nacht zu Mittwoch gingen die Angriffe zwischen den USA und dem Iran weiter. Auch zwischen Saudi-Arabien und den Huthi-Rebellen im Jemen fliegen wieder Geschosse. Die Heizölpreise können am Morgen kurz verschaufen, nehmen am Vormittag jedoch schon wieder Anlauf. Damit bleibt Heizöl im DACH-Raum auf hohem Preisniveau.

Brent notiert am Morgen bei 99,43 US-Dollar pro Barrel, WTI bei 94,32 US-Dollar. Gasöl, der Kontrakt an der Londoner Börse ICE, aus dem sich der Heizölpreis ableitet, kostet 1.460,00 US-Dollar pro Tonne. Am Dienstag hatten Gewinnmitnahmen den Kontrakt etwas tiefer aus dem Handel gehen lassen, weshalb sich bei den Inlandspreisen heute zunächst Abschläge zeigen.

Am Persischen Golf hat der Konflikt eine neue Stufe erreicht. Auf iranische Raketen gegen ein US-Kriegsschiff, antwortete das US-Militär mit der Zerstörung von insgesamt fünf Rohöltankern. Die Riesco liegt seither auf dem Grund des Golfs von Oman, ein weiteres Schiff brannte vor der Insel Charg, über die vor dem Krieg fast der gesamte iranische Ölexport lief. Teheran feuerte daraufhin zwanzig Raketen auf die US-Basis Al-Asrak in Jordanien, achtzehn fing die Luftabwehr ab. US-Außenminister Marco Rubio macht daraus eine nüchterne Formel: Für jeden Angriff auf ein US-Kriegsschiff werde der Iran Tanker verlieren.

Der Krieg weitet sich zugleich nach Westen aus. Nach den Huthi-Angriffen auf saudische Ölanlagen mit 73 Verletzten bombardierte Riad Stellungen der Miliz im Jemen, während in der Straße von Hormus weiter Tanker unter Beschuss stehen. Damit brennt es an beiden Wasserstraßen der Region gleichzeitig, denn der Bab el-Mandeb zwischen Rotem Meer und Indischem Ozean trägt seit der Hormus-Blockade einen Großteil der Ausweichrouten.

Auch um Israel spitzt sich die Lage zu. Großbritannien hat mit elf Partnerländern, darunter Frankreich und Kanada angekündigt, den Handel mit Waren aus israelischen Siedlungen im Westjordanland zu verbieten. London beruft sich auf ein Urteil des Internationalen Gerichtshofs, das die Besetzung als völkerrechtswidrig einstuft. Deutschland macht nicht mit und verweist auf die bestehenden EU-Regeln. Als Reaktion kündigte Israel die Schließung des britischen Konsulats in Jerusalem an und wertet den Schritt als Eingriff in die Parlamentswahl Ende Oktober. Rückendeckung kommt aus Washington, wo die Trump-Regierung fest an Israels Seite steht. Ihr Botschafter in Tel Aviv nannte die Sanktionen diskriminierend und drohte London mit Vergeltung. Die britisch-israelischen Beziehungen stehen damit auf dem tiefsten Stand seit Jahrzehnten.

Die Heizölpreise starten leicht geschwächt in den Mittwoch, fangen am Vormittag jedoch schon wieder an, Höhenluft zu schnuppern. Mit den Vorgaben von den Börsen und den in sich verknoteten Situationen rund um den Persischen Golf und den Ukraine-Krieg ist es aktuell schwer, den Boden zu sehen. In Deutschland kostet der Liter Heizöl heute rund 1,52 Euro und liegt damit 0,4 Cent über dem Preis von gestern. Ambitioniert nimmt der flüssige Brennstoff das Frühjahrshoch von durchschnittlich 1,57 Euro ins Visier. Eingegrenzt auf den Zeitrahmen des Iran-Kriegs ist der Abstand zum Juni-Tief von rund 1,09 Euro inzwischen auf mehr als 40 Cent pro Liter angewachsen. Österreich hält sich mit 1,74 Euro je Liter nahe seinem Augusthoch. In der Schweiz kostet der Liter Heizöl im Durchschnitt 1,54 Franken und neigt am Vormittag ebenfalls dazu, nach oben auszubrechen.

Mit der Gewissheit an der Hand, dass 2026 ein teures Heizjahr bleibt, werden die Kaufoptionen knapp. Wer Tankzwang hat, kann vorerst die Hälfte seines üblichen Winterverbrauchs ordern und so die Kosten abfedern, falls die Heizölpreise später nachgeben. Auch eine Sammelbestellung sollte als Möglichkeit in Betracht gezogen werden. Ob und wie viel Verbraucher gegenüber einer Einzelbestellung sparen, lässt sich schnell berechnen.

HeizOel24-Tipp: In einem Markt, der an einem Tag um mehrere Cent springen kann, ist Timing kaum planbar, der eigene Füllstand schon. Der meX-Füllstandsmesser zeigt jederzeit, wie lange der Vorrat reicht, und der Preisalarm meldet sich beim nächsten Preisrücksetzer. Beides zusammen hilft Ihnen bei Ihrer Kaufentscheidung. HeizOel24

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