Hormus-Plan drückt Ölpreise

25.09.26 • 10:19 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise geben zum Wochenschluss nach, nachdem der Iran den USA eine Öffnung der Straße von Hormus in Aussicht gestellt hat. Natürlich an Bedingungen geknüpft. Die für den internationalen Ölhandel wichtige Meerenge könnte damit wieder frei werden, an den Börsen fällt die Reaktion aber vorsichtig aus. Die Heizölpreise im Inland gehen ebenfalls zurück und zeigen sich am Morgen mit Abschlägen von durchschnittlich einem Cent bzw. Rappen je Liter.

An den Ölbörsen geht es am Freitagmorgen moderat nach unten. Brent kostet aktuell 105,73 US-Dollar je Barrel und damit 0,96 Prozent weniger als am Vortag. WTI gibt etwas stärker um 1,75 Prozent auf 93,10 US-Dollar nach. Auch Gasöl, das für die Preisentwicklung bei Heizöl und Diesel besonders wichtig ist, verliert 0,91 Prozent und wird mit 1.439,00 US-Dollar je Tonne gehandelt.

Für Entspannung sorgt die neue Bewegung im Streit um die Straße von Hormus. Iran hat den USA über katarische Vermittler einen Plan vorgelegt, nach dem die wichtige Schifffahrtsroute innerhalb von sieben Tagen wieder geöffnet und zugleich die Atomgespräche aufgenommen werden könnten. Voraussetzung ist, dass Washington die Bedingungen Teherans akzeptiert. Außenminister Abbas Araghtschi zufolge orientiert sich der Vorschlag am bereits im Juni vereinbarten Abkommen zwischen beiden Ländern. Eine Antwort aus Washington steht bislang aus.

Auch Irans Präsident Massud Peseschkian zeigte sich in New York kompromissbereit. Gegenüber Fox News erklärte er, sein Land sei bereit, das auf 60 Prozent angereicherte Uran im Rahmen des Völkerrechts und des Atomwaffensperrvertrags abzugeben. Gleichzeitig drängt Teheran auf Tempo. Peseschkian will noch vor den US Zwischenwahlen im November zum Abkommen vom Juni zurückkehren. Unterstützung kommt aus Peking. Chinas Staatschef Xi Jinping sprach sich bei seinem Treffen mit US Präsident Donald Trump im Weißen Haus ebenfalls für eine Rückkehr Washingtons und Teherans zu dieser Vereinbarung aus.

An den Ölbörsen sorgen diese Signale zwar für Erleichterung, Euphorie sieht jedoch anders aus. Dafür sind in den vergangenen Monaten zu viele Anläufe zur Entschärfung des Konflikts gescheitert. Auch das Abkommen vom Juni brachte nur vorübergehend Ruhe. Nach fast sieben Monaten Krieg reagieren die Märkte deshalb zunehmend weniger auf Ankündigungen allein. Entscheidend wird sein, ob aus den Gesprächen diesmal tatsächlich eine belastbare Vereinbarung entsteht. Nach Monaten heftiger Kursreaktionen auf Äußerungen aus Washington und Teheran wartet der Markt inzwischen vor allem auf konkrete Schritte.

Wie weit die Konfliktparteien politisch weiterhin auseinanderliegen, zeigte am Donnerstag der Auftritt des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vor den Vereinten Nationen. Er verteidigte die Angriffe auf Irans Atomanlagen und bezeichnete die Entscheidung dafür trotz der schwierigen Operation als eine der leichtesten seiner Amtszeit. Zahlreiche Delegierte verließen aus Protest den Saal. Zugleich sagte Netanjahu einen Sturz der iranischen Führung voraus.

Auch militärisch bleibt die Lage angespannt. Die mit Iran verbündeten Huthis feuerten erneut Raketen auf Saudi Arabien. Nach saudischen Angaben wurden sechs ballistische Raketen abgefangen, die auf Taif und die wichtige Hafenstadt Yanbu zielten. Die Huthis erklärten ihrerseits, auch Anlagen des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco in Yanbu angegriffen zu haben. Angaben über mögliche Schäden machten sie zunächst nicht.

In Deutschland sinkt der bundesweite Durchschnittspreis für Heizöl zum Wochenende auf 1,69 Euro je Liter und damit um rund einen Cent gegenüber Donnerstag. In allen 16 Bundesländern geht es heute nach unten. Der Abstand zum Septemberhoch von Mitte des Monats wächst damit weiter, für Euphorie sorgt das aber auch im Inland nicht. Wer heute 3.000 Liter bestellt, zahlt dafür rund 5.070 Euro. Dieselbe Menge kostete im Vorjahresmonat rund 2.700 Euro. Die Zahlen zeigen, wie teuer die diesjährige Heizsaison ist. Verbraucher sollten daher eher auf Teilmengen setzen und prüfen, ob eine gemeinsame Bestellung mit dem Nachbarn günstiger wird.

In Österreich bewegt sich zum Wochenschluss dagegen wenig. Mit durchschnittlich 1,89 Euro je Liter liegen die Preise nahezu auf dem Niveau des Vortags. Regional zeigen sich kleinere Unterschiede. In Oberösterreich zieht der Preis leicht an, während er in Kärnten etwas nachgibt. Deutlicher fällt die Entspannung in der Schweiz aus. Dort sinkt der Durchschnittspreis auf 1,63 Franken je Liter. In einzelnen Kantonen geben die Preise sogar um mehrere Rappen nach. Damit haben sich die Konditionen für Schweizer Heizölkunden gegenüber den vergangenen Tagen spürbar verbessert.

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