Nachfragesorgen halten Ölpreise niedrig

06.09.24 • 08:01 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Die Ölpreise halten sich nah des aktuellen Dreimonatstiefs. Der Ölmarkt fokussiert sich auf die hinter den Erwartungen zurückbleibende Ölnachfrage in den beiden größten Volkswirtschaften der Welt, den USA und China. Preistreibende Faktoren, wie die massiven Rohölbestandsabbauten der USA und dem erneut verschobenen Start des Abbaus der freiwilligen OPEC+ Förderquotenkürzungen werden derweil noch ignoriert.

Der Euro konnte sich auf 1,11 Dollar kämpfen, während die Ölpreise im Vergleich zu gestern Vormittag minimal nachgaben. Die Rohölsorte Brent fiel minimal auf 72 Dollar pro Fass, während sich WTI bei 69 Dollar pro Fass hält. ICE Gasoil gab ebenfalls minimal auf 662 Dollar pro Tonne nach.

Für Abwärtsdruck sorgt der neuste Bericht der US-amerikanischen Zentralbank (Fed) welcher den Zeitraum von Mitte Juli bis Ende August 2024 abdeckt. Laut diesem sank die Zahl der Neueinstellungen und der Inflationsdruck stieg moderat an, während neun von zwölf Bezirken angaben, dass deren Wirtschaft in diesem Zeitraum stagnierte oder schrumpfte, im vorherigen Zeitraum traf dies nur auf fünf der Bezirke zu. Die US-amerikanische Wirtschaft wird zu einem großen Teil durch die Ausgaben der Privathaushalte finanziert, welche im aktuellen Zeitraum weiter sanken. Zusätzlich stieg die US-amerikanische Arbeitslosenquote mit 4,3 Prozent auf den höchsten Wert der letzten drei Jahre. Der Ölpreis wird seit Monaten durch die strauchelnde chinesische Wirtschaft abwärts gedrückt. Mit den nun ebenfalls regelmäßig schlechten Wirtschaftsdaten aus den USA baut sich weiterer Abwärtsdruck auf.

Aufwärtsdruck gibt es derweil auch, wenngleich der Ölmarkt diesen aktuell ignoriert. Zum einen zeigt der dieswöchige Bericht des US-amerikanischen Department of Energy (DOE) einen signifikanten Rohölbestandsabbau von 6,9 Mio. Fass, während der Markt nur einen Rückgang von 0,7 Mio. Fass erwartet hatte. Allerdings stiegen die Benzinbestände überraschend um 0,8 Mio. Fass an, statt wie erwartet um 1,4 Mio. Fass zu sinken. Zum anderen hat das Ölförderkartell OPEC+ den Start der graduellen Rücknahme der freiwilligen Förderquotenkürzungen in Höhe von insgesamt 2,2 Mio. B/T auf den Dezember 2024 verschoben. Ursprünglich sollte die Rücknahme ab September 2024 starten, wurde dann auf den Oktober und nun erneut verschoben.

In Österreich sank der Heizölpreis heute Vormittag um durchschnittlich 0,05 Cent pro Liter, während er in der Schweiz und Deutschland stagnierte. Dennoch gibt es vor allem im Norden und Westen der Bundesrepublik regionale Abwärtsbewegungen. Heizölinteressenten sollten den Preis genau im Blick behalten, da sich heute entscheiden dürfte, ob der Fokus des Ölmarktes auf die globalen Nachfragesorgen gerichtet bleibt. -fr-

HeizOel24-Tipp: Wer die Heizölpreise genau im Blick behalten möchte, sollte das Intraday-Chart für Heizöl nutzen. Auf der Seite Heizölpreise finden Sie dieses im Chart Heizöl Durchschnittspreis und wählen dann die Option „heute“. Hier erkennen Sie frühzeitig, wie sich der Preis verhält und können rechtzeitig reagieren. HeizOel24

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