Heizölpreise entspannen sich zum Wochenende

23.01.26 • 11:10 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise haben sich nach deutlichen Verlusten im gestrigen Handel wieder etwas gefangen. Belastend wirkten vor allem stark gestiegene US-Ölvorräte, wie das DOE gestern bekanntgab. Neue Aussagen von US-Präsident Trump zum Iran stabilisierten die Kurse später leicht. Bei den Heizölpreisen deuteten sich gestern schon Abschläge an, die auch am Morgen greifen. Verbraucher zahlen heute durchschnittlich 0,4 Cent bzw. Rappen je Liter weniger. Allerdings zeigt sich das Preisbild, regional gesehen, sehr unterschiedlich.

Nach der Entspannung im Grönlandkonflikt richtete sich der Blick der Ölmärkte gestern klar auf die Versorgungslage. Die am Abend veröffentlichten Daten des Department of Energy (DOE) zeigten einen deutlichen Anstieg der Vorräte. Aufgrund des US-Feiertages kamen diese erst einen Tag später als sonst. Die Rohölbestände legten um 3,6 Millionen Barrel zu, deutlich mehr als erwartet. Auch bei den Produkten wurde weiter eingelagert. Die Benzinbestände stiegen um 6,0 Millionen Barrel, Destillate wie Heizöl und Diesel um weitere 3,3 Millionen Barrel. Besonders auffällig ist der Blick nach Cushing, dem zentralen Umschlagplatz in den USA. Dort liegen die Lager nun auf dem höchsten Stand seit dem Frühjahr des vergangenen Jahres.

Die durchweg bearishen Zahlen sorgten für ordentlich Druck an den Börsen und riefen die Ölbären zurück auf das Parkett. Die hohe Auslastung der Raffinerien bei gleichzeitig weniger Nachfrage befeuerte erneut die Sorgen über die globale Überversorgung

Am Abend kam dann neue Bewegung in den Markt, allerdings aus politischer Richtung. US-Präsident Donald Trump äußerte sich erneut zum Iran und kündigte an, die militärische Präsenz der USA in der Region auszubauen, falls Teheran weitere Hinrichtungen vornehme oder sein Atomprogramm wieder hochfahre. Er sprach von zusätzlichen Schiffen, die unterwegs seien, um vorbereitet zu sein. Solche Aussagen erhöhen am Ölmarkt traditionell die Risikoprämie, weil der Iran ein bedeutender Ölproduzent ist und jede Eskalation den Export beeinträchtigen könnte. Für eine nachhaltige Trendwende reichte das jedoch nicht aus. Die gut gefüllten Lager wogen schwerer als die politische Rhetorik.

Im Inland kommen die schwächeren Vorgaben heute unterschiedlich an. Zwar liegt der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland bei rund 92,4 Cent pro Liter, zeigt sich im Chart also wenig bewegt, doch ein genauer Blick zeigt deutliche regionale Unterschiede. Je nach Bundesland bewegen sich die Preise spürbar auseinander, teils mit klaren Zu- oder Abschlägen gegenüber dem Landesdurchschnitt. Die Nachfrage bleibt insgesamt verhalten. Viele Verbraucher beobachten den Markt und warten ab, ob sich in den nächsten Tagen nach unten hin noch etwas tut.

In Österreich zeigt sich nach dem gestrigen Anstieg ebenfalls Erleichterung. Der Durchschnittspreis liegt aktuell bei rund 1,07 Euro pro Liter. In der Schweiz sind die Preise zuletzt etwas beweglicher. Mit rund 94,5 Rappen pro Liter liegen sie spürbar unter dem gestrigen Wochenhoch. Hier nutzen einige Verbraucher die jüngste Beruhigung am Markt für geplante Bestellungen, größere Nachfrageimpulse bleiben jedoch aus.

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